Mönchengladbach: Borussia-Fans: Wir sind friedlich
zuletzt aktualisiert: 12.02.2007Mönchengladbach (RPO). Die Morddrohungen an Ex-Borussia-Trainer Jupp Heynckes haben kein gutes Licht auf einige Borussia-Fans geworfen. Nun sorgt die Ketchup-Attacke auf das Mönchengladbacher Haus von Aachen-Trainer Michael Frontzeck für Negativschlagzeilen. Zwar wusste die Gladbacher Polizei auch gestern Nachmittag noch nicht, ob die Täter aus dem Borussia-Umfeld kommen oder frustrierte Aachen-Fans waren. Doch förderlich ist die Aktion so oder so nicht. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das einer von unseren Fans war“, sagt Thomas „Tower“ Weinmann, Fanbeauftragter von Borussia. Eine Tendenz zu aggressiverem Verhalten im Stadion-Block oder nach den Spielen erkennt Weinmann nicht. „Natürlich gibt es einzelne Chaoten, aber die Mehrheit der Borussia-Fans ist friedlich. Wir haben eine Fankultur.“ Das sei auch jenseits der Stadtgrenze bekannt, ergänzt er. Lars Warrink, seit sechs Jahren Dauergast im Borussia-Stadion, sieht das ähnlich. „Wir sind doch alle harmlos. Das zeigt doch schon die Tatsache, dass die Fangruppen der Mannschaften nach dem Spiel nicht getrennt werden“, sagt der 31-Jährige. Und überhaupt: „Die einzigen Aggressionen am Samstag kamen aus dem Aachen-Block.“
Herbert Kremin, Dauerkarteninhaber und leidenschaftlicher Borussia-Fan aus Münster sieht das etwas anders, „Es ist schon so, dass die heutigen Stadiongänger zwischen 20 und 35 Jahren aggressiver sind als früher“, sagt der 45-Jährige. Viele würden ihr mangelhaftes Freizeitverhalten mit ins Stadion bringen. „Das ist aber eine gesellschaftliche Entwicklung.“ Als er vor mehr als zwanzig Jahren seine ersten Borussia-Spiele live im Stadion verfolgte, habe man „mehr auf das eigentliche Spiel geachtet“. „Heute zählt das Drumherum, die Action.“
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