Mönchengladbach: Borussia: In die Karten gespielt
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 06.05.2008Mönchengladbach (RPO). Die ersten Fans waren schon Stunden vor der Schalter-Öffnung da: Die Nachfrage nach Karten für das Spiel gegen Wehen ist gestern schlagartig gestiegen. Viele wollen dabei sein, wenn Borussia den Aufstieg perfekt macht.
Normalerweise freut sich Peter Pusic vom Borussia-Fanshop, wenn das Telefon klingelt. Das bedeutet: Wieder werden Eintrittskarten für ein Bundesligaspiel der Borussia bestellt. Schön! Gestern klingelte das Telefon aber ziemlich häufig. Genau genommen fast im Minutentakt. „Nein, das Freiburg-Spiel ist ausverkauft“, sagt Peter Pusic höflich aber bestimmt in den Hörer. „Ausverkauft heißt ausverkauft.“ Gestern stieg die Nachfrage nach Tickets für die natürlich allerletzten beiden Heimspiele in der Zweiten Bundesliga rasant an. Nach dem 7:1 vom Sonntag sind sich die Fans sicher: Gegen den SV Wehen-Wiesbaden (morgen, 17.30 Uhr) und den SC Freiburg (Sonntag, 14 Uhr) passiert es. Und viele wollen bei Borussias definitiv letztem Aufstieg dabeisein. Allein gestern wurden 4000 Tickets verkauft, Borussia rechnet mit mehr als 40 000 Besuchern – und das bei der ungünstigen Anstoßzeit.
Um 8.30 Uhr warteten die ersten Fans schon an dem Fanshop, eineinhalb Stunden vor der Öffnung. Borussia hatte den Andrang geahnt, wohl auch herbeigesehnt, und die Ticketschalter vor der Nordkurve gestern extra geöffnet (siehe Info). Auch Wim Rademacher hielt es gestern nicht zu Hause. „Wenn Borussia aufsteigt, muss ich mit meinen beiden Töchtern dahin“, sagt der 41-jährige Gladbacher und schwenkt die drei Tickets.
Einige Fans halten es kaum mehr aus. „Wann geht es los?“ fragt der kleine Marvin seine Mutter. Er tritt von einem Fuß auf den anderen. Seine Mutter Manuela Reitzki hat noch ihre Wunsch-Tickets bekommen für das Spiel. Nebenbei noch groß eingekauft: Eine Fahne, einen Borussia-Ball für die Spieler-Autogramme, einen Jünter in Mittelgroß. Nach dem 7:1-Sieg gegen Offenbach hatte Papa Uwe Reitzki die Idee: Mensch, gegen Wehen könnten wir doch dabeisein.
„Ich habe nicht geglaubt, dass ich noch Karten kriege“, gesteht Manuela Reitzki, die das Spiel mit dem Zweijährigen aber vor dem Fernseher verfolgen wird. „17.30 Uhr ist zu spät für ihn“, sagt sie. Marvins zweiter Stadion-Besuch nach dem Spiel gegen 1860 München vor zwei Wochen wird also erst in der ersten Bundesliga sein.
Trost erhält der Kleine dafür von den Borussia-Spielern. Er kennt zwar (noch) kaum einen von ihnen beim Namen, ist aber heiß auf die Autogramme. Glück: Das Training ist gerade vorbei, und Ordner „Maggi“ Mamoghli hat anscheinend Riesenspaß daran, die Spieler auf dem Weg vom Trainingsplatz in die Kabine um Autogramme für den Kleinen zu bitten. „Na, wie steht’s, kleiner großer Mann?“ fragt ein gut gelaunter Patrick Paauwe und streicht Marvin über die frisch eingekaufte Borussia-Kappe. Als Oliver Neuville zum Autogramm kommt, flüstert Mama Manuela reitzki: „Marvin: Sag mal Olli!“ Der Kleine antwortet: „Jünter.“
Die Stimmung rund um den Borussia-Park war gestern ziemlich entspannt, wenn man nicht gerade am Ticket-Telefon oder an der Fanshop-Kasse saß. Um späten Nachmittag kam die Meldung: Bis gestern Nachmittag stieg die Zahl verkaufter Karten für das Wehen-Spiel auf 37 000. „Der Sieg in Offenbach und das gute Wetter haben uns sprichwörtlich in die Karten gespielt“, sagt Peter Pusic.
Jetzt muss am Mittwoch nur noch der Aufstieg gelingen. Ordner Maggi Mamoghli schwant: „Dann wird hier richtig was los sein.“
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