Mönchengladbach: Borussia: Üben auf Promi-Boden
zuletzt aktualisiert: 12.07.2008Mönchengladbach (RPO). Papst Leo III soll hier gewesen sein. Karl der Große sogar mehrfach. Der Karolinger hat Bad Lippspringe anno 780 anlässlich eines Reichstages sogar seinen Namen gegeben: Lippiogyspringiae. Der große Fußball indes ist meistens weit weg. Der BV Lippspringe kickt nur in der Bezirksliga. Von daher sorgte das Trainingslager der Borussen im Kurort am Südrand des Teutoburger Waldes durchaus für Aufsehen. „Das ist hier Stadtgespräch. Und unsere Stadt wird dadurch oft erwähnt“, sagt Hotelier Konrad Scherf. Und das nicht nur, weil einige Unbekleidete von der Dachterrasse des Saunabereichs der Westfalen Therme dem Bundesliga-Aufsteiger beim Training zuschauten. „Es ist genial, dass die Gladbacher hier sind. Wir haben versucht, optimale Bedingungen zu schaffen“, sagt Melanie Braicks, Chefin des Stadtmarketings. Der Platzwart für den städtischen Trainingsrasen war quasi rund um die Uhr im Einsatz. Und Bürgermeister Willi Schmidt, übrigens der Schwiegervater von Borussias Co-Trainer Markus Gellhaus, sperrte während der Laufeinheiten der Fußballer den Kaiser-Karl-Park hinter dem Mannschaftshotel für 90 Minuten ab. „Das ist bei den Kurgästen auf Verständnis gestoßen“, sagt Braicks. Borussia ist nach Rot-Weiß Essen der zweite Klub, der ein Trainingslager in Bad Lippspringe absolviert. Vor dem letzten Zweitligaspiel in Paderborn residierten die Gladbacher schon mal im Best Western Parkhotel. Und Trainer Jos Luhukay war mit dem SC Paderborn bereits öfter da. Defensivmann Steve Gohouri und Torjäger Rob Friend kümmerten sich im Kurort nicht nur um ihre Fitness, sondern auch um ihre Füße. Beide unterschrieben einen Schuhvertrag bei Borussias Hauptausrüster Lotto. „Twist’n’go“ heißt das neue System des italienischen Sportartikelers. Neuartige Drehstollen sollen verhindern, dass die Spieler bei Richtungsänderungen im Rasen hängen bleiben. „Vielleicht hilft es ja beim Tore schießen“, sagt Friend. Heute reisen der Kanadier und seine Kollegen nach dem Morgentraining ab. Dann ist der große Fußball wieder weit weg von Bad Lippspringe. „Wir sind ja auch im Wesentlichen ein Kurbad“, sagt Melanie Braicks.
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