Mönchengladbach: Borussia: Wirtschaftlich steht die schwarze Null
VON KARSTEN KELLERMANN UND ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 24.05.2011Mönchengladbach (RPO). Die wirtschaftliche Gewinn und Verlustrechnung des Jahres 2010, die Borussias Geschäftsführer Stephan Schippers am Montag vorstellte, wäre auch eine, die Borussias Abteilung Sport Mittwoch im zweiten Relegationsspiel in Bochum gut gefallen würde: "Die Null steht", gab Schippers am Montag bekannt, und eben diese Null auf der Ertragsseite des VfL Bochum, die würde den Gladbachern reichen, um nach dem 1:0 im ersten Abstiegsfinale gegen den Zweitliga-Dritten den Verbleib in der Fußball-Bundesliga klar zu machen.
Schippers fügte der "Null" ein "schwarze" hinzu, was bedeutet: Die rund 402 000 Euro, die unter Strich der Gesamt-Jahresabrechnung stehen, berechnen sich aus einem Gesamtaufwand von 71,24 Millionen Euro, dem ein Ertrag von 71,66 Millionen Euro gegenüber steht.
"Das Ergebnis ist gut, die Zahlen sind in allen Geschäftsbereichen positiv, sie sind überall steigend, beim Umsatz und bei den Überschüssen", fasste Vize-Präsident Siegfried Söllner zusammen. Womit die These der Initiative Borussia widerlegt sei, dass "wir das Jahr mit zweistelligen Millionensummen im Minus abschließen", fügte Söllner hinzu.
Das hatte Initiative-Mann Friedhelm Plogmann zumindest angedeutet, als die Oppositionsgruppe im vergangenen November erstmals auftrat. Die Transfererlöse sind um 7,3 Millionen Euro zurückgegangen. "Wir haben keine Spieler verkauft, anders als im Vorjahr, als wir für Marko Marin 8,5 Millionen Euro bekommen haben", sagte Söllner.
Rolf Königs
Geboren am 19. August 1941 in Mönchengladbach
Borussia Wahl in den Vorstand am 23. Februar 1999, am 8. September des gleichen Jahres zum Vizepräsident gewählt. Nach dem Tod des Präsidenten Adalbert Jordan übernimmt Königs 2004 das Präsidentenamt. Königs arbeitet (wie der Rest des Vorstandes) unentgeltlich für den Verein.
Geschäftsführer eines Textilunternehmens (Aunde) sowie eines Herstellers für LKW-Sitze (Isringhausen; Teil der Aunde-Gruppe)
Auch für diesen Sommer sind keine großen Transfererlöse eingeplant, im Falle des Klassenverbleibs sollen Stars wie Marco Reus, der 2012 eine festgeschriebene Ablösesumme von 18 Millionen Euro im Vertrag hat (2013 sind es noch 15 Millionen), oder Dante gehalten werden. "Wir sind in der guten Situation, dass wir nichts verkaufen müssen, weder Spieler noch Anteile", sagte Schippers.
Positive Entwicklungen
Jenseits der Transfereinnahmen gibt es im Borussia-Park ausschließlich positive Entwicklungen. So sind die Werbeerlöse und die Fernseheinnahmen 2010 um jeweils gut 1,5 Millionen Euro gestiegen. Im Bereich Merchandising und Gastronomie hat Borussia 11,2 Millionen Euro eingenommen. Das sind 1,4 Millionen Euro mehr als 2009. Die Ausgaben in diesem Bereich wurden derweil um rund 500 000 Euro reduziert.
3,2 Millionen Euro verbuchte Borussia, weil sie nach zwei Urteilen des Finanzgerichtes zu ihren Gunsten eine Steuerrückstellung in dieser Höhe auflösen konnte. "Da ging es um die Rechtmäßigkeit der Umsatzsteuer auf Beraterhonorare. Das Urteil könnte wegweisend für die Bundesliga sein", sagte Söllner.
Der Gesamtgehaltsetat für den Profifußball (Bundesliga- und U23-Team) liegt bei 27 Millionen Euro, im Falle des noch möglichen Abstiegs würde der auf 17 Millionen Euro schrumpfen. Das Eigenkapital des Klubs liegt bei 15 Millionen Euro. "Das ist aber nicht gleichbedeutend mit der Liquidität", sagt Stephan Schippers. Weswegen keine finanziellen wie sportlichen "Quantensprünge" möglich sind in den kommenden Jahren.
"Wir dürfen nicht träumen, sondern wollen das Machbare für uns umsetzen. Darum werden wir weiter auf Talente setzen und gezielt Geld investieren für Routine gepaart mit Qualität", sagt Schippers, der die Tatsache, dass Borussia die Lizenz von der DFL für die Erst und Zweite Liga ohne auflagen bekommen hat, als Qualitätssiegel deutet.
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