Mönchengladbach: Borussias tolle Feiertage
VON KARSTEN KELLERMANN - zuletzt aktualisiert: 24.01.2012Mönchengladbach (RP). Zwei Tage nach dem glanzvollen Sieg gegen den FC Bayern feierte der Fußballverein im Wickrather Kunstwerk seine zehnte Karnevalssitzung. 1100 jecke Menschen waren dabei und waren bester Laune. Der Hit des Abends: "Zieht den Bayern die Lederhosen aus".
Es scheint, als gibt es derzeit nichts, was nicht geht bei Borussia. Erst gab es am Freitag den wundervollen 3:1-Sieg gegen den FC Bayern München, der die Stadt in kollektiven Stolz versetzte. Kaum ein Gespräch geht seither ohne Borussia ab – und so war es auch bei der 10. Karnevalssitzung des Bundesligisten im Wickrather Kunstwerk. "Wir fahren ab auf Borussia", war das Motto beim Jubiläum.
"Raute im Herzen"
1100 jecke Menschen hatten sich dort versammelt im Zeichen der Raute, die, so sagte Gladbachs Karnevals-Boss Bernd Gothe, "wir alle im Herzen haben". Und wieder gab es keine Grenzen. Der Hit des Abends war: "Zieht den Bayern die Lederhosen aus!" – gespielt von der Kölner Kapelle von Helmut Blödgen. Marco Reus, Marc-André ter Stegen und all die anderen Fußball-Helden des Freitags, die vorgemacht hatten, wie das geht, waren nicht da beim Karneval. Sie hatten sich zwei freie Tage verdient. Auch Trainer Lucien Favre ward nicht gesehen im närrischen Treiben.
Das Präsidium indes, das war ebenso vollzählig versammelt wie sämtliche Tollitäten der Stadt, Oberbürgermeister Norbert Bude und Schützen-Chef Horst Thoren. Vergangenes Jahr fehlte Borussias Chefetage. "An dem Abend haben wir Lucien Favre als Trainer verpflichtet", erinnerte sich Präsident Rolf Königs, der dieses Mal als er selbst gekommen war. "Vize" Rainer Bonhof war indes Pirat – und ein wenig kommen die Borussen derzeit ja auch wie Freibeuter daher. "Es gibt ein Leben nach dem Tod", sangen die Bläck Fööss in Memoriam der Relegations-Rettung der Borussen und gaben zu, als Kölner den Gladbachern beim Sieg gegen die Bayern "de Däumsche" gedrückt zu haben. Als die "Fööss" spielten, bebte das Kunstwerk; als Bernd Stelter alias Ne Werbefachmann für den Sommer die gute Nachricht prophezeite, "Gladbach spielt in der Champions League", war der Jubel groß. Und als Knippi & de Jünters die weniger karnevaleske Hymne "Die Elf vom Niederrhein" darbot, war es ein seliges Singen im Saal. Der Rest war ganz, ganz närrisch: De Boore, die Räuber, die Cöllner, die Rheinländer und zum Schluss – mit einem Auftritt in Überlänge und grün-schwarz-weißen Schals ausgestattet – de Rabaue, allesamt sind das Klassiker des Karnevals – wie auch "Knallkopp" Jörg Knörr, Zotenreißer Fred van Halen nebst seinem komischer Vogel und die Tanzformation Luftflotte.
Tradition pflegen
"Es ist wichtig, die niederrheinischen Traditionen zu pflegen, und das machen wir heute bei allerbester Laune", sagte Präsident Rolf Königs, der zu Beginn der Sitzung wie seine Präsidiumskollegen Rainer Bonhof und Siegfried Söllner von Bernd Gothe Karnevalsorden in Rautenform überreicht bekamen. Alles war möglich an Borussias tollen Feiertagen.
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