Mönchengladbach: Brandopfer flohen vor einer Feuerwelle
VON INGRID KRÜGER - zuletzt aktualisiert: 03.10.2009Mönchengladbach (RPO). Im Mordprozess vor dem Schwurgericht erinnerten sich am Freitag die Brandopfer an die Nacht zum 24. September 2008, in der sie aus dem Haus an der Rheydter Straße vor einer Feuerwelle fliehen mussten.
Auf der Anklagebank saß ein Mönchengladbacher (27), dem der Staatsanwalt versuchten Mord und schwere Brandstiftung vorwirft. Der 27-Jährige verfolgte den Prozess wie bisher schweigend. Eine(42) Frau, die damals mit ihrer vierköpfigen Familie im dritten Stock wohnte, schilderte gestern die"schreckliche Nacht". Dabei verlor sie immer wieder die Fassung und musste innehalten.
Ihr Mann habe sie in der Nacht aus dem Bett geworfen. "Es brennt", habe der Mann gerufen. Der Ehemann holte die Tochter aus dem Kinderzimmer und rannte die Treppe hinunter. Die Frau schnappte sich den kleinen Sohn und lief hinterher. Erst habe es nur Qualm gegeben, doch nach einem Knall, sei eine riesige Feuerwelle auf sie zugekommen, erinnerte sich die Frau.
Ihr gelang es dann, sich zusammen mit einer früheren Mitbewohnerin und Bekannten über eine Dachterrasse auf ein Nachbargrundstück zu retten. "Ich hatte Verbrennungen zweiten und dritten Grades", so die 42-Jährige. Auch der Sohn habe Brandverletzungen erlitten. Beide werden noch immer mit Massagen und Krankengymnastik behandelt. Dem Ehemann (43) gelang es damals, sich mit der Tochter aus dem brennenden Haus auf die Straße zu retten. "An mir hing die Haut in Fetzen. Ich war drei Monate im Koma", berichtete der Kaufmann. Er habe den Angeklagten, der im Erdgeschoss einen Club betrieb, in der Brandnacht gesehen und kurz zuvor im Flur Geräusche gehört, war der 43-Jährige überzeugt.
Zu einem möglichen Tatmotiv konnte das Ehepaar nichts sagen. Besitzer des Hauses ist der Schwiegervater des verletzten Ehemannes. Der habe sich des öfteren über den Vater des Angeklagten und Pächter der Bar geärgert, weil die Pacht nicht pünktlich gezahlt wurde. Der Prozess wird fortgesetzt.
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