Mönchengladbach: Brandts gefährdet ECE-Forum
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 26.10.2007Mönchengladbach (RPO). Die Nachricht, dass Reiner Brandts auf die Durchfahrt von der Viersener Straße in die Stepgesstraße beharrt, hat sich längst bis Hamburg herumgesprochen. Dort hat die ECE-Gruppe ihren Sitz, die in der Gladbacher Innenstadt eine große Einkaufsmeile bauen will. Was ECE von der Idee hält, zwischen C & A und dem neuen Forum eine Durchfahrt offen zu halten, bringt Projektmanager Dr. Knut Volquardsen unmissverständlich auf den Punkt: „Das ist für uns ein absolutes no go, und zwar wirtschaftlich, funktional und gestalterisch.“ Heißt im Klartext: Sollte die Politik, wie Brandts fordert, tatsächlich auf dieser Lösung bestehen, würde ECE nicht bauen.
Optik des Forums würde leiden
Laut Volquardsen habe man nicht einmal ausgerechnet, wie viele Quadratmeter Verkaufsfläche das kosten würde. „Es ist überhaupt nicht machbar.“ Zum einen seien 25 600 Quadratmeter, so wie sie jetzt geplant seien, das absolute Minimum. Zum anderen entstünden auf der Seite, wo die Straße entlang laufen soll, Mini-Shops. Und auch die Optik des Forums würde erheblich leiden. Volquardsen: „Dann würde der Verkehr durch eine Toreinfahrt quer durch die Fußgängerzone führen. Das würde wie eine Zahnlücke aussehen.“
Baudezernent Helmut Hormes wählt ein anderes Bild für die Brandts-Idee: „Ich kann doch nicht ernsthaft den Verkehr durch ein Mauseloch fließen lassen.“ Hormes ist besonders vergrätzt. Denn Reiner Brandts hatte seine Vorschläge in der Sitzung des Bauausschusses nicht nur ausgebreitet, ohne ihn vorher zu informieren. Er hatte auch massiv die Verwaltung angegriffen. „Sein Papier strotzt vor Polemik“, stellt Hormes fest. Brandts zweifelt den Rat der Verkehrsexperten erheblich an. Hormes überlegt nun, weitere Gutachten einzuholen. „Das kostet viel Zeit und viel Geld. Aber wenn die CDU das so will, machen wir das eben so.“
Tatsächlich gibt Brandts allerdings keineswegs die Meinung der gesamten CDU wieder. Bei der internen Klausurtagung am Samstag war er noch deutlich in die Schranken gewiesen worden. Von seinem Vorstoß wussten die eigenen Kollegen im Bauausschuss nichts und waren entsprechend konsterniert. „Er ist erheblich über das Ziel hinaus geschossen“, sagt ein Fraktionsmitglied. „Er hat nicht im Namen der CDU gesprochen“, sagt ein anderer. Und der Fraktionsvorsitzende Rolf Besten stellt nüchtern fest: „Die CDU-Fraktion bleibt selbstverständlich bei dem verabschiedeten Entwurf.“ Es sei legitim sich Sorgen zu machen und Fragen zu stellen. Doch wenn Brandts die grundsätzliche Linie in Frage stelle, sei dies eine Einzelmeinung.
Oberbürgermeister Norbert Bude fordert „kurzfristig eine eindeutige politische Willensbildung“. Gegenüber der RP sagte er: „Ich weise in aller Klarheit darauf hin, dass eine zeitliche Verzögerung die gesamte Verwirklichung des Projekts gefährden kann.“
Einige CDU- Fraktionsmitglieder sind sicher, dass das Verhalten Brandts in der nächsten Fraktionssitzung am Montag ein Nachspiel haben wird. Der FWG-Vorsitzende Erich Oberem kündigte scherzhaft an: „Wenn die CDU Brandts rauswirft, geben wir ihm Asyl.“ Kommentar
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