Mönchengladbach: Brillanten gegen die Krise
VON BRITTA KRAUSS - zuletzt aktualisiert: 05.01.2009Mönchengladbach (RPO). Die Finanzkrise hat den Konsumenten die Laune noch nicht verdorben. Den Mönchengladbacher Einzelhandel freut’s: Rund 290 Millionen Euro Umsatz haben die Händler in den sechs Wochen vor Weihnachten gemacht.
Der Mönchengladbacher Einzelhandel hatte Schlimmes befürchtet. Doch dann kam es ganz anders: Das Weihnachtsgeschäft lief im Großen und Ganzen nicht nur besser als erwartet – am Ende lief es sogar gut. Und das trotz verregnetem vierten Adventssamstag. Die Wirtschafts- und Finanzkrise scheint den Konsumenten die Laune noch nicht gänzlich verdorben zu haben. Besonders an den Tagen kurz vor und nach Weihnachten lief das Geschäft gut.
Rund 290 Millionen Euro Umsatz hat der Mönchengladbacher Einzelhandel in den sechs Wochen vor Weihnachten gemacht, knapp 17 Milliarden Euro waren es in ganz NRW. Damit war das Jahr in Mönchengladbach etwas stärker als 2007 – und die Einzelhändler konnten aufatmen.
„An den Weihnachtsgeschenken haben die Menschen nicht gespart“, sagt Nora Timmerbeil vom Rheinischen Einzelhandels- und Dienstleistungsverband REHDV. „Es ist schön, dass sie sich von der Panik nicht haben anstecken lassen.“ Rund 220 Euro hätten die Bürger im Durchschnitt für Weihnachtsgeschenke eingeplant. Besonders gut seien Parfüm, Schmuck, Spielwaren und Elektronikartikel gelaufen. Der Renner: digitale Bilderrahmen, aber auch Flachbildfernseher und Laptops gingen gut.
„Der Handel ist positiv gestimmt. Die Zeit nach dem 20. Dezember hat dem Weihnachtsgeschäft noch einmal einen kräftigen Schub gegeben“, sagt Eduard Felzen vom Citymanagement Mönchengladbach. „Besonders der Samstag und der verkaufsoffene Sonntag sind umsatzstarke Tage gewesen.“ Zielsicher seien die Menschen in die Stadt gefahren, um ihre Geschenkgutscheine einzulösen oder ihr Weihnachtsgeld auszugeben. Besonders Bücher, Software und aufgrund des Wärmeeinbruchs auch warme Kleidung erfreute sich aufgrund des Kälteeinbruchs großer Beliebtheit. Zuvor hatte die Textilbranche noch über schlechte Umsätze geklagt.
Deutlich zeige sich laut Felzen auch der Trend zu teuren Produkten wie Schmuck und Uhren: „In unsicheren Zeiten werden Werte gekauft.“ Georg Buschhüter, Geschäftsführer vom Juwelier Krebber kann diese Entwicklung bestätigen. Er hatte im diesjährigen Weihnachtsgeschäft mehr Kunden und einen höheren Umsatz als im Vorjahr. Besonders begehrt seien Brillantschmuck und teure Markenuhren gewesen. „Dafür ist es aber im mittleren Preissegment ruhiger geworden,“ sagt er. Die Menschen kauften entweder sehr preisgünstig oder sehr teuer ein.
Von einem richtig schlechten Weihnachtsgeschäft spricht keiner der befragten Einzelhändler. Die Rede ist entweder von Zahlen auf Vorjahresniveau, so wie bei der der Shopping-Galerie am Rheydter Marienplatzt, oder aber von nur wenig gesunkenen Umsätzen. Die Buchhandlung Degenhardt an der Friedrichstraße hat nur ein leichtes Minus vorzuweisen, genau wie die Boutique für Damenbekleidung Lisa auf der Hindenburgstraße. Angesichts ständig steigender Kosten reicht das aber schon für Sorgenfalten auf der Stirn der Einzelhändler. Unglücklich ist man dort trotzdem nicht. Bei beiden heißt es: „Wir hatten Schlimmeres erwartet.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






