Mönchengladbach: Bürger lehnen Neubau ab
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 22.01.2010Mönchengladbach (RPO). Etwa 90 Rheydter wollten Donnerstagabend wissen, wie der Rheydter Marktplatz gestaltet wird. Der Preisträger des Wettbewerbs stellte sein Modell vor. Große Sorge vieler Bürger: Die Kirche muss freigestellt bleiben.
Plan B liegt in der Schublade der Stadtverwaltung: Er sieht vor, dass der neu zu gestaltende Rheydter Marktplatz auch einen Neubau bekommt. Das Gebäude soll zwischen der Hauptkirche und der früheren Kommandantur gebaut werden – irgendwann, wenn sich ein Investor findet.
Doch als gestern Abend die Landschaftsarchitekten des Berliner Büros Planorama ihren Siegerentwurf für den Rheydter Marktplatz im Rheydter Rathaus etwa 90 Bürgern vorstellten, war das Gros einer Meinung: Der Plan B mit dem Neubau-Entwurf sollte für immer in der Schublade verschwinden. "Das Gebäude brauchen wir nicht, denn die Kirche muss freigestellt bleiben. Sonst wirkt sie wie ein Reihenhaus", sagte Pfarrer Olaf Nöller. Dafür bekam er viel Beifall.
Köln-Sieger
Preisträger Planorama beschäftigt ein interdisziplinäres Team aus Landschaftsarchitekten, Architekten und Künstlern.
2007 gewann das Büro den Wettbewerb für den Rheinboulevard in Köln-Deutz und ist mit Planung und Umsetzung beauftragt.
Platz wirkt jetzt "billig"
Der Berliner Planorama-Geschäftsführer Maik Böhmer hatte zuvor die Bürger mit den Besonderheiten der Planung vertraut gemacht. Und viele, die zuvor dem Gestaltungsvorschlag eher distanziert gegenüberstanden, nickten am Ende beifällig. Planorama hat sich gegen fünf Mitkonkurrenten durchgesetzt. 59 Bewerber hatten sich ursprünglich für den Wettbewerb interessiert.
Die Umgestaltung des Marktplatzes, der – wie Bürger gestern Abend mehrfach deutlich machten – jetzt einen "billigen" Eindruck macht, gilt als Herzstück des Rheydter Innenstadtkonzepts und soll rund sechs Millionen Euro kosten. Die Stadt erwartet erhebliche Landeszuschüsse. Preistreibend sind die Arbeiten am Unterbau: Weil direkt unter dem Marktplatz die Tiefgarage liegt, sind erhebliche technische Schwierigkeiten zu lösen.
Planoramas Entwurf wurde von den zwölf Preisrichtern einstimmig auf den ersten Platz gesetzt, weil er dem Marktplatz einen klaren Charakter gibt. Denn er muss weiterhin als Funktionsfläche für Großveranstaltungen, Kirmes und Markt dienen. Eine kleinteilige Struktur mit vielen Unterebenen, den andere Landschaftsplaner und auch Bürger vorschlugen, hätte ihm diese Funktion genommen. Planorama will die schäbigen Pavillons abreißen, auf die Tiefgaragen-Einfahrt einen Deckel setzen, unter einem Kirschhain Außengastronomie ansiedeln und mit einer Rasenfläche für frisches Grün sorgen. A
uf der Hauptstraße wird dann nur noch eingeschränkt Autoverkehr zugelassen, aber mehr Platz zum Flanieren bleiben. Und damit der Platz nicht trist wirkt, soll ihm ein Naturstein-Belag Leben einhauchen. Von eigens für den Marktplatz gefertigten Bänken und einer dezente Beleuchtung wird zusätzliches Flair erwartet. "Vielleicht gelingt es so, für den ungenutzten Ratskeller einen neuen Pächter zu finden", hofft SPD-Politiker Bernd Adelt. Auch dafür gab es viel Beifall.
Keinen Erfolg hat die Initiative Abenteuer Rheydt: Den von ihr geforderten Olympiabrunnen, mit dem an Gladbacher Sportgrößen erinnert wird, wird es nicht geben.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







