Mönchengladbach: Bürgeraktion: Wir machen weiter
VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 05.02.2009Mönchengladbach (RPO). Mit etwa 450 Teilnehmern konnte die neue Bürgeraktion "Theater: Ja" mehr Menschen als bei voraufgegangenen Anlässen zu einer Demonstration für das Theater mobilisieren. Theaterfreunde fordern, Empfehlungen des Theatergutachtens von Actori umzusetzen.
Es war eine friedliche Demonstration. Ausgerüstet mit weißen Luftballons mit dem Aufdruck der Bürgeraktion "Theater: Ja" stellten sich gestern etwa 350 Theaterfreunde vor dem Bühnenhaus an der Odenkirchener Straße auf. Im Theaterfoyer wärmten sich die Demonstranten auf und diskutierten angeregt, bevor sie sich auf den Weg zum Rheydter Rathaus begaben.
Etliche waren gekommen, weil der Zorn über die Politik der Stadt sie antrieb. "Da gibt die Mehrheitsfraktion im Rat ein teures Gutachten in Auftrag, und kaum ist es veröffentlicht, entscheidet die Mehrheit im Kuratorium genau gegen den Rat von Actori", ereiferte sich Dietmar Micha. Dem Vorsitzenden der Theatergemeinde Mönchengladbach pflichtete Matthias Forst bei: "Wir sind hier, weil wir glauben, dass etliche Politiker noch immer nicht verstanden haben, dass sie mit dem, was sie jetzt beschließen, das Theater noch immer gefährden", meint Forst. Seinen Appell an die Politik fasste er so zusammen: "Tut einfach, was Actori sagt! Verwirklicht das." Und Micha formuliert eine fast poetische Aussage: "Achtet gut darauf, was in dem Gutachten steht!" Und Walter Lennartz – "ich bin seit vielen Jahren Abonnent" – vermutet: "Die Stadt weiß ja gar nicht, was sie an ihrem Theater hat."
Forderungen
Bürgeraktion Theater: Ja
Was sie will Erhalt eines "anspruchsvollen Theaters mit Niveau", kein Niedersparen auf ein Rumpfprogramm
Sprecher Professor Dr. Hans Dieter Jakubowski
Demonstration Vor der Ratssitzung versammelten sich gestern rund 450 Teilnehmer am Theater und zogen zum Rheydter Markt.
Informationen www.theater-ja.de
Nicht nur Discos und Kneipen
Auch viele Theaterleute zogen mit auf dem Weg zum Rathaus, auf Transparenten standen ihre Forderungen, zum Beispiel: "Theater muss bleiben. Jugend braucht nicht nur Discos und Kneipen", "Ohne Kürze viel Würze" oder "Kultur in Mönchengladbach nicht kaputt sparen". Wen sie für die Verzögerungen bei der Bewilligung des Theater-Etats der laufenden und kommenden Spielzeit verantwortlich machen, verdeutlichten immer wieder skandierte Sprechchöre: "FDP und CDU, macht nicht das Theater zu!"
Auf dem Treppenabsatz vor dem Haupteingang des Rathauses versicherte Prof. Dr. Hans Dieter Jakubowski, der Sprecher der Bürgeraktion, den inzwischen gut 450 Anwesenden: "Wir machen weiter!" Denn immer wieder war, wenn auch nur hinter vorgehaltener Hand, die Besorgnis zu vernehmen, dass Politiker die Empfehlung der Gutachter von Actori, dem Theater künftig sogar mehr Geld als bisher zu gewähren, frustriert als Signal für einen Totalrückzug umdeuten könnten. Dass sie also daraus den Schluss zögen, dass sich Mönchengladbach unter solchen Bedingungen kein Theater mehr leisten könne. "Wir müssen dazu beitragen, dass positive Nachrichten aus dem Theater kommen", betonte Professor Jakubowski. Er meinte damit, "dass alles getan werden muss, die Zahl der Theaterbesucher zu mehren." Der Sprecher der Bürgeraktion weiß allerdings, dass dies besonders schwierig werden wird, falls der Rat die Eintrittspreise (wie von Actori auch empfohlen) mit Beginn der neuen Spielzeit erhöhen wird. Genau zu dem Zeitpunkt, da die Theatergänger bis zum Nordpark in eine Ausweichspielstätte fahren müssen. Unter welchen Bedingungen sie dort Parkplätze nutzen können, fragt Vize-Intendant Christian Tombeil. Und ob Theaterbesucher bereit seien, fünf Euro fürs Abstellen ihres Autos zu berappen.
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