Mönchengladbach: Bürgerinitiative gegen Kriz in Wickrath
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 11.02.2012Mönchengladbach (RP). Die "Besorgten Bürger Wickrath" (BWB) haben fast 500 Unterschriften gegen die Ansiedlung des Kriseninterventionszentrums (Kriz) an der Trompeterallee gesammelt. Am kommenden Dienstag wird der Verein zur eingetragenen Bürgerinitiative. "Das Gründungsprotokoll und alle Unterlagen liegen bereits beim Notar", sagt Werner Schmalstieg, Sprecher der BWB. "Sobald wir formal als Bürgerinitiative anerkannt sind, können wir auch Mitglieder aufnehmen."
Keine Krawall-Truppe
Inzwischen haben Vertreter der BWB das bestehende Kriz an der Kyffhäuserstraße und auch die Trägereinrichtung Schloss Dilborn bei Brüggen besucht. "Wir wollen uns umfassend informieren, und wir suchen den Dialog", sagt Schmalstieg. Und er betont: "Wir sind keine Krawall-Truppe, wir wollen ernst genommen werden." Damit spielt er auf die Informationsveranstaltung im November an, bei der es in der Wickrather Adolf-Kempken-Halle zu tumultartigen Szenen gekommen war.
Der Ton ist moderat geworden. "Wir bleiben bei unserer Ablehnung des Kriz-Standortes an der Trompeterallee, aber wir haben einen weiteren Schwerpunkt besetzt", sagt Werner Schmalstieg. Die Bürgerinitiative will sich aktiv für die Belange der Jugendlichen im Stadtteil einsetzen. "Es gibt viele Initiativen vor Ort, manchmal hapert es an der Kooperation." An der Stelle will die Initiative unterstützend einsteigen. Ein erstes Signal wurde bereits gesetzt. "Wir haben beschlossen, das Geld, das an den Infoständen eingenommen wurde, als Spende an die Jugendkooperative Lisztstraße weiter zu geben", sagt Werner Schmalstieg.
Der Träger des Kriz, Schloss Dilborn, ist mit der Stadt auf der Suche nach Alternativstandorten für das Kriz, das derzeit noch an der Kyffhäuserstraße angesiedelt ist. "Wir haben uns zwei Grundstücke auf ihre Eignung angesehen", sagt der Leiter von Schloss Dilborn, Guido Royé. Aber das sei nur der erste Schritt. "Der Dialog mit der Bevölkerung ist wichtig." Derzeit wartet Royé auf Rückmeldungen aus der Stadt und vom Landesjugendamt.
Den Dialog mit den "Besorgten Wickrather Bürgern" empfindet er als fruchtbar. "Es gibt zwar weiterhin den Dissens, was den Standort Trompeterallee betrifft. Aber ansonsten waren die Gespräche ausgesprochen sachlich und von Verständnis geprägt." Die künftige Wickrather Bürgerinitiative hofft auf viele Mitglieder und auf deren Beiträge oder Spenden. "Damit wollen wir in der Jugendarbeit weiter kommen", sagt Schmalstieg.
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