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Mönchengladbach: Bürgermeister Wunschik wohnt bald an der Ostsee

VON DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 08.07.2008

Mönchengladbach (RPO). Sein Herz schlägt nach wie vor für Kunst und Kultur, auch wenn Hubertus Wunschik in vier Wochen seinen Wohnsitz nach Kröpelin an der Ostsee verlagern wird. Dort tritt der 50-jährige Ex-Polizist, Diplom-Sozialarbeiter, Galerist und Kunstförderer ein neues Amt an: als Bürgermeister der 5000-Seelen-Stadt Kröpelin (Kreis Bad Doberan) in Mecklenburg-Vorpommern. Nach 13 Jahren, in denen Wunschik als Galerist, seit 1997 als Mitarbeiter des Kulturamtes, ab 2005 im Fachbereich Museen in Mönchengladbach in Sachen Kunst tätig war, verlässt er die Vitusstadt. „Ich bin dabei, in Kröpelin ein Haus zu erwerben. Es ist ein hübsches, denkmalgeschütztes Anwesen aus dem Jahr 1912“, erzählt der künftige Bürgermeister. Für Kultur werde er sich auch in Kröpelin stark machen, verspricht er. „Kultur ist ein wichtiger Standortfaktor, besonders wenn es darum geht, den Tourismus der Region zu fördern“, meint der Meppener, der in Münster aufwuchs.

„Für zeitgenössische Kunst habe ich mich schon als Kind stark interessiert“ erzählt Wunschik. Seine Mutter habe ihn regelmäßig in Münster zur Kirche geschickt. „Dann blieb ich bis zur Lesung, um hinterher über die Messe berichten zu können, stahl mich tatsächlich jedoch vor Ende des Gottesdienstes davon und staunte andächtig vor den Kunstwerken im nahe gelegenen Landesmuseum“, schildert Wunschik seine früh entfachte Begeisterung für bildende Kunst. Seine zwei älteren Schwestern studierten Kunst auf Lehramt.

In Gladbach schuf Wunschik vor zehn Jahren die Marke „Kunst c/o Mönchengladbach“. Sein erstes großes Projekt war die Erstellung zweier Schuber mit Biografien von rund 100 Gadbacher Künstlern. „Alle Aktivitäten der Abteilung Künstlerförderung firmieren unter dieser Marke“, sagt der hagere Mann mit dem angegrauten dunklen Haar. Dazu gehören neben Ausstellungen der Galerien-Rundgang „Parc/ours“, das c/o-Künstlerfest. Auch für den Erhalt der Kunstwerke entlang der Skulpturenmeile war Wunschik zuständig. „Nur dafür gab es einen kleinen Etat, sonst musste ich alle Gelder über Sponsoren beschaffen“, betont er. Zu der vor dem Richter endenden Auseinandersetzung mit dem Münchner Künstler Wolfram Kastner um eine Anzahl Koffer äußert Wunschik sich nicht: „Ein schwebendes Verfahren.“

Den diesjährigen Parc/ours am 20. und 21. September bereitet Wunschik noch selbst vor, ebenfalls die große c/o-Ausstellung in der Citykirche. Sein Vermächtnis an die Stadt? „Die Stelle Künstlerförderung sollte in vollem Umfang erhalten werden, eine Kürzung wäre sehr schade“, meint Wunschik.

Quelle: RP

 
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