Mönchengladbach: Büro-Zoff: Stadt kauft doch keinen Container
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 26.01.2010 - 17:40Mönchengladbach (RPO). Der Druck der Bürger hat Erfolg gehabt: Die Stadtverwaltung wird nun doch keinen 53 000 Euro teuren Bürocontainer kaufen, damit zwei Streithähne in Einzelbüros sitzen können.
„Ich habe heute entschieden, dass die Bestellung des Containers storniert wird. Die Mitarbeiterin wird weiter von ihrem Büro an der Viersener Straße aus arbeiten”, teilte der kommissarische Baudezernent Peter Holzenleuchter gestern der RP mit. Gleichzeitig wurden neue Details zu einer eigenhändigen Möbelbestellung derselben Mitarbeiterin bekannt.
Ursprünglich hatte die Stadt geplant, zur Lösung eines Dauer-Zwists zweier Mitarbeiter des Bereichs Grünflächen und Friedhöfe einen wärmegedämmten Bürocontainer anzuschaffen. Nachdem die RP über den Fall berichtet hatte, war eine Flut von Leserbriefen, Online-Kommentaren und Anrufen in der Redaktion eingegangen.
Holzenleuchter teilte seine Entscheidung gestern Oberbürgermeister Norbert Bude und seinen Dezernenten-Kollegen in der Konferenz des Verwaltungsvorstands mit. Damit wird alles beim Alten bleiben. „Den Weg vom Büro am Friedhof zum Bunten Garten halte ich für zumutbar”, so Holzenleuchter weiter. Der Container war bereits bestellt worden. Nun soll der Auftrag möglichst kostenneutral storniert werden.
Ins Rollen gebracht hatte den Fall Erich Oberem, Vorsitzender der FWG. Er reagierte mit gemischten Gefühlen auf die Nachricht. „Natürlich freue ich mich, dass der Oberbürgermeister als Verwaltungschef wenigstens dann bereit ist, falsche Entscheidungen zu korrigieren, wenn der öffentliche Druck groß genug wird”, so Oberem. Allerdings hege er keinerlei Schadenfreude. Der Fall mache ihn sehr nachdenklich. „Es ist schlimm, wenn solche Dinge allein mit Hilfe der Medien ins Lot gebracht werden können”, so Oberem. Die Strukturen in der Verwaltung stimmten nicht.
Vollends abgeschlossen ist die Angelegenheit nicht. Noch geklärt wird die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass dieselbe Mitarbeiterin eigenhändig Möbel bestellen konnte, ohne dass dies Folgen hatte. Darüber hatte die RP gestern berichtet. Nach Informationen der RP soll es sich um einen Bürostuhl handeln der mit stolzen 1000 Euro zu Buche schlug. „Dazu kann ich noch nichts sagen. Ich habe aber alle notwendigen Akten bereits angefordert”, sagte Dezernent Peter Holzenleuchter gestern.
Er ist kommissarischer Baudezernent, bis die Stelle, voraussichtlich am 1. Juni, neu besetzt wird. Beide Fälle waren vor seiner zeitweiligen Zuständigkeit für diesen Bereich entschieden worden.
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