Mönchengladbach: Burg unter Denkmalschutz
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 15.06.2010 - 17:09Mönchengladbach (RPO). Bodenuntersuchungen brachten es an den Tag. Rund um den Odenkirchener Burgturm haben Denkmalpfleger Fundamente und verfüllte Gräben gefunden – Reste der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Burganlage. Die Relikte wurden nun in die Denkmalliste der Stadt eingetragen.
Der Stadtteil Odenkirchen ist um ein Denkmal reicher. Das haben Experten der Unteren Denkmalbehörde jetzt festgelegt. Von der gewaltigen Burg, die ehemals das Zentrum Odenkirchens bildete, hat nur der barock geprägte Turm, der die Nord-Ecke der ehemals vierflügeligen Anlage markierte, den Bombenangriff im Kriegsjahr 1943 überstanden. Aber unterirdisch haben die Denkmalpfleger reichlich archäologische Zeugnisse gefunden – Fundamente und verfüllte Gräben mit Brand- und Kulturschichten.
Kaum Beeinträchtigungen
Gefunden wurden sie bei Bodenuntersuchungen, die der Vorbereitung des Anbaus an den Kindergarten St. Laurentius dienten. Nun ist sicher: Rund um die Burgstraße, den Burgturm und im und um den Pater-Bonnier-Park befinden sich Reste der alten Burg. Diese wurden nun als Bodendenkmal in die städtische Denkmalliste eingetragen, um sie dauerhaft zu schützen. Die unterirdischen Zeugnisse liegen hauptsächlich unter dem Parkplatz an der Burgstraße und in den Freiflächen in und um den Pater-Bonnier-Park. Daher erwartet die Stadt kaum Beeinträchtigungen für zukünftige Bauvorhaben.
Auch dem Erweiterungsbau für den Kindergarten steht nichts im Wege. Die imposante Odenkirchener Burganlage wurde erstmals am 14. Juni 1153 in einer Urkunde von Kaiser Friedrich Barbarossa erwähnt, in der dieser dem Kölner Erzbischof Arnold II. die Eigentumsrechte an der Burg Odenkirchen (castellum Udenkirchen) mit allen Ministerialen, Knechten und Mägden bestätigt.
Odenkirchen war zu dieser Zeit eine selbstständige Unterherrschaft des Kölner Erzstiftes. Kriege und Brände zerstörten die Burg mehrfach über die Jahrhunderte. In ihrer ursprünglichen Form wurde sie nie wieder aufgebaut.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde der ausgebrannte Burgturm wieder hergestellt. Der Heimatverein Odenkirchen hat das Gebäude 1989 von der Pfarrgemeinde St. Laurentius für 30 Jahre in Erbpacht übernommen. In liebevoller Arbeit haben die Heimatfreunde das alte Gemäuer renoviert.
Der größte Raum, das „Jan-von-Werth-Zimmer“, erhielt eine ganz besondere Ausstattung und dient für Zusammenkünfte und Festlichkeiten. Auch das Archiv des Vereins befindet sich im Turm.
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