Mönchengladbach: Bus und Bahn werden teurer
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 16.07.2008Mönchengladbach (RPO). Ab August werden die meisten Fahrkarten für den Nahverkehr teurer. Wer jedoch nach Düsseldorf oder Krefeld will, zahlt weniger. Grund dafür ist eine neue Preisstufe. Die Tarifänderung gilt für den ganzen Verkehrsverbund.
Der Verkehrsverbund
Der VRR ist mit fast 7,3 Millionen Menschen auf mehr als 5000 Quadratkilometern Europas größter Verkehrsverbund. Er reicht von den Niederlanden bis hinter Dortmund, von Haltern (kurz vor Münster) bis ins Bergische Land.
Tickets Ab August wird an Fahrkartenautomaten und im Internet automatisch der neue Tarif berechnet. Kunden müssen den Zielort angeben und bekommen die richtige Preiskategorie angezeigt.
Info www.nvv-ag.de
Die gute Nachricht: Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Duisburg, Krefeld oder Düsseldorf fahren will, zahlt ab August weniger. Wer allerdings nach Bochum, Dortmund oder Ratingen will, muss mehr Geld in die Fahrkarte investieren. Das gilt auch für NVV-Kunden, die Tickets für Strecken innerhalb Mönchengladbachs und in benachbarte Orte kaufen. Der Grund: Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR), zu dem auch die NVV gehört, hat seine Tarifstrukturen geändert. Neu hinzugekommen ist die Preisstufe D für entferntere Orte im VRR-Gebiet.
Düsseldorf so teuer wie Dortmund
Bislang war es so, dass es im gesamten VRR nur drei Preisgebiete gab – A (Fahrten innerhalb der Stadt, B (angrenzende Ortschaften), C (Ziele im restlichen Gebiet). Wer also von Mönchengladbach aus nach Düsseldorf fuhr, zahlte ebenso viel wie für eine Fahrt nach Dortmund. Das wird sich nun mit der Einführung der Kategorie D ändern. „Es wurde schon seit einigen Jahren diskutiert, die Tarifstruktur zu ändern“, sagte Lothar Beine, ein Vertreter der Stadt im Verwaltungsrat des VRR. Denn selbst kleinere Verbände als der VRR hatten bereits mehr Tarifstufen. Die neue Struktur, so Beine, sei von allen Parteien und Verbraucherverbänden positiv aufgenommen worden. Folgendes wird sich ab August ändern:
Preisstufe A Mönchengladbach gehört mit seinem dichten Liniennetz, Nachtbussen und dichten Takten zur Stadt-Kategorie A2, die später teurer werden soll. Das Einzelticket kostet ab August 2,20 Euro (bisher 2,10 Euro), das Ticket 1000 Abo kostet 48,90 Euro (bisher 45,77 Euro), ein Firmen-Ticket mit elf Prozent 43,52 Euro (bisher 40,74).
Preisstufe B Für Mönchengladbach musste eine Lösung gefunden werden, damit die Stadt am VRR-Randgebiet trotzdem von der Gebietsveränderung profitiert: In der Preisstufe B wurden verschiedene Gebiete zusammengefasst. So gelten neben Korschenbroich und Jüchen auch Neuss, Meerbusch oder Kempen noch als Nachbargemeinde mit Stufe B. Das Einzelticket kostet nun 4,30 Euro (vorher 4,10 Euro), das Ticket 1000 Abo 72,10 Euro (bisher 68,26 Euro), ein Firmen-Ticket 64,09 Euro (bisher 60,75)
Preisstufe C Sie wird bei allen Tickets preiswerter, ist aber räumlich eingegrenzt worden. Wer etwa nach Dormagen, Düsseldorf oder Duisburg fährt, zahlt 8,90 Euro (vorher 9,10 Euro), für das Ticket 1000 Abo 92,74 Euro (bisher 94,65 Euro), das 11-Prozent-Firmen-Ticket 82,54 Euro (bisher 84,24 Euro). „Das trifft viele Pendler in der Stadt“, sagt Beine.
Preisstufe D Die neue Kategorie gilt etwa für Wuppertal, Gelsenkirchen oder Dortmund. Das Einzelticket kostet 10,50 Euro, zuvor waren es 9,10 Euro.
Schokoticket Teurer wird es ab Januar 2009, je nach Preisstufe zwischen rund einem und mehr als zwei Euro. Bereits ab August gelten neue Preise für das Schokoticket der neuen Kategorie D.
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