Mönchengladbach: Busfahrer vor Klassenfahrt gestoppt
zuletzt aktualisiert: 23.09.2008 - 12:42Nach einer Rückfahrt aus Italien und nur fünf Stunden Schlaf wollte ein Busfahrer eine Rheydter Schulklasse nach Berlin fahren. Die Polizei zog den Mann für seine Ruhezeit aus dem Verkehr. Das Busunternehmen erwartet ein Bußgeldverfahren.
Vor dem Start der Klassenausflüge an der Gesamtschule Espenstraße in Rheydt am Montag überprüften Beamte der Verkehrsüberwachung die eingesetzten Reisebusse auf ihre Verkehrssicherheit. Bei der Überprüfung fiel ein 45-jähriger Fahrer eines Düsseldorfer Busunternehmens auf, der keine Schaublätter des Fahrtenschreibers vorweisen konnte.
Bei den Ermittlungen stellte sich heraus, dass der Mann am Vorabend erst aus Italien kommend gegen 23 Uhr nach Düsseldorf zurückgekehrt war. Von Düsseldorf war er dann mit dem Bus zu seiner Wohnanschrift in Castrop-Rauxel gefahren, um nach maximal fünf Stunden Ruhezeit (gesetzlich sind 11 Stunden Ruhezeit gefordert) gegen 6 Uhr wieder nach Mönchengladbach zu starten, wie die Polizei mitteilt.
Der Busfahrer hatte nach dieser minimalen Ruhezeit den Auftrag, 20 Schüler in das 600 Kilometer entfernte Berlin zu fahren. Die Polizei untersagte ihm die Abfahrt und hielt ihn an, seine gesetzlich vorgeschriebene Ruhezeit zu nehmen.
Da auf die Schnelle kein Ersatzbus für die Berlinfahrt geordert werden konnte, entschlossen sich die betroffenen Lehrer und Schüler, die Fahrt erst nach Ablauf der Ruhezeit des Busfahrers gegen 17 Uhr anzutreten.
Bei der technischen Untersuchung des Busses gab es dann noch etwas zu beanstanden: Unter dem Fahrzeug lag auf einem der Längsträger ein 24-er Schraubenschlüssel, der offensichtlich bei Arbeiten vergessen worden war. Während der Fahrt hätte das Werkzeugen Schäden verursachen können, wie die Polizei weiter mitteilt.
Den betroffenen Busfahrer und auch das Busunternehmen erwarten nun Bußgeldverfahren.
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