Mönchengladbach: Cable Car für Gladbachs City
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.06.2010Mönchengladbach (RPO). Was für Wuppertal die Schwebebahn ist, könnten für Gladbach Cable Cars werden. Dezernent Andreas Wurff findet die alte Idee grandios und will sie aufnehmen. Und noch etwas könnte in der Innenstadt innovativ gelöst werden.
Auf der Suche nach Visionen und Alleinstellungsmerkmalen für Mönchengladbach ist der neue Technische Beigeordnete Andreas Wurff auf eine mehr als zehn Jahre alte Idee der CDU gestoßen. Deren damaliger Stadtmitte-Bezirksvorsteher Stefan Wimmers hatte seinerzeit vorgeschlagen, das Gefälle der Hindenburgstraße mit Kabelbahnen wie in San Francisco zu überwinden. Wurff sagte gestern zur RP: "Das ist innovativ, attraktiv und auch noch umweltschonend. Mir geht diese Idee nicht mehr aus dem Kopf." Mönchengladbach habe wegen der ungewöhnlichen Steigung der Haupteinkaufsstraße die idealen Voraussetzungen für ein solches Projekt. Seinerzeit war die CDU-Idee als spleenig belächelt worden. Wurff hält sie für kein Hirngespinst. "Für so eine Innovation müsste es möglich sein, Fördergelder zu bekommen", so Wurff.
Die Vorteile lägen auf der Hand. So wie Menschen nur deswegen nach Wuppertal führen, weil sie einen Zoo-Besuch oder Einkauf mit der Fahrt in der Schwebebahn verbinden könnten, würde eine Kabelbahn auch Menschen aus der Umgebung in die Gladbacher City bringen. "Dafür würden auch Düsseldorfer zum Einkaufen hierher kommen", ist Wurff sicher. Dieses oder ein vergleichbares Projekt würde Gladbach wieder positiv in die Diskussion bringen. "In der Stadt sind zu viele gute Ideen in Schubladen verschwunden oder nicht konsequent genug verfolgt worden", findet Wurff. Weder sieht er eine Cable Car als Konkurrenz zu den Bussen, noch will er übertriebene Erwartungen wecken. Schließlich habe man im Moment etliche dringliche Probleme zu lösen. "Doch wenn wir die Stadt voranbringen wollen, müssen wir auch mal innovative Wege gehen", so der Technische Beigeordnete weiter.
Die Renaissance seiner alten Idee freut natürlich Stefan Wimmers. Er erinnert sich, wie die Idee in einem Arbeitskreis einst entstand. "Wir haben händeringend nach einer Lösung gesucht, wie man aus dem Nachteil, als den viele Kunden und Händler den Berg empfinden, einen Vorteil machen kann", so Wimmers. Er hofft nun, dass Wurff mit dem Projekt weiter kommt. Vor kurzem stellte ein Betreiber der Stadt gar eine echte Seilbahn vor, wie sie gerade in Koblenz gebaut wird. Eine Kabelbahn scheint allerdings leichter zu realisieren sein.
Derweil sucht Wimmers, inzwischen Vorsitzender des Gladbacher Citymanagements, nach einer Lösung für ein anderes Problem beim Einkaufen in der Innenstadt: das Fehlen öffentlicher Toiletten. Und auch hier gibt es eine innovative Idee. Toiletten in der City sollen wie auf Autobahnraststätten gegen Gebühr nutzbar gemacht werden. "Der Effekt wäre derselbe wie an der Autobahn: saubere und moderne Toilettenanlagen", hofft Wimmers. Denn natürlich hätten viele Ketten und Händler Toiletten, würden sie aber aus Sorge vor Verschmutzung bislang nicht öffentlich freigeben.
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