Mönchengladbach: Café Pflaster: FDP bleibt hart
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 24.07.2008Mönchengladbach (RPO). Droht ein neuer Konflikt zwischen CDU und FDP? Dass CDU-Politiker den Standort des geplanten Treffs für Suchtkranke in Rheydt an der Brucknerallee in Frage stellen, stößt den Liberalen sauer auf. Die Meinung der Ratsfraktionen von SPD, FWG und den Grünen ist kontrovers.
Die Anwohner haben einen Anwalt eingeschaltet. Die Grünen meinen einen Formfehler im Verfahren erkannt zu haben und fordern von der Bezirksregierung eine Stellungnahme ein. Und in der CDU rumort es, weil maßgebliche Politiker den Standort an der Brucknerallee 37 für problematisch halten: Das Café Pflaster in Rheydt, der geplante Treff für Tagesobdachlose und Suchtkranke, bleibt umstritten.
Werden Gladbachs Politiker die mit dem Diakonischen Werk abgeschlossene Leistungsvereinbarung so verändern, dass ein neuer Standort gesucht werden muss? Das ist der derzeitige Stand:
CDU Landtagsabgeordneter Norbert Post und Fraktionschef Rolf Besten sind ins Grübeln gekommen. Sie haben Gespräche mit der Bürgerinitiative geführt und wollen das Café erst öffnen, wenn sich die Lage im Umfeld grundlegend gebessert hat. Da liegt das Problem: Anwohner der Brucknerallee 37 befürchten, dass die Drogenabhängigen, die im Café betreut werden, Drogendealer anlocken. Sie argumentieren damit, dass im Wohngebiet drei Schulen sind. Während Besten und Post zweifeln, hält ihr Rheydter Parteifreund Jochen Roeske am Standort fest. Er rechne zwar nicht mit einem innerparteilichen Konflikt, aber: „Wer diesen Standort nicht will, muss mir eine Alternative nennen. Ich sehe keinen Anlass, über die Leistungsvereinbarung neu nachzudenken.“
Auch in Gladbach
Café Pflaster I An der Aachener Straße in Alt-Gladbach unterhält das Diakonische Werk eine vergleichbare Einrichtung
Proteste Sie hat es an diesem Standort auch in der Anfangszeit gegeben
FDP Damit stimmt Roeske mit der FDP, dem Kooperationspartner der CDU im Rat, überein. „Es gibt einen einen eindeutigen Ratsbeschluss, der den Vertrag zwischen Stadt und Diakonie betrifft. Es ist nicht Sache der Politik, über den Standort für den Treff zu entscheiden“, sagt FDP-Fraktionschef Dr. Anno Jansen-Winkeln. Eine vergleichbare Einrichtung habe sich in Alt-Gladbach bewährt. Die Zweifel bei einigen CDU-Ratsherren habe er „mit Verwunderung“ zur Kenntnis genommen. Sollte die CDU umkippen, hätte die FDP noch ein Problem: Ihr Ratsherr Heinz-Herbert Paulus ist Geschäftsführer des Diakonischen Werkes, das die Brucknerallee 37 von der Kreisbau für das Café Pflaster gekauft hat.
SPD Wie die Liberalen hat sich die SPD klar positioniert. Und zwar für die Brucknerallee 37. „Wenn wir jetzt umkippen, bekommen wir in der Stadt keine vergleichbare Einrichtung mehr durch. Denn Widerstand von Anwohnern wird es immer geben“, sagt Fraktionsvorsitzender Lothar Beine. Er bedauert, dass die Anwohner im Vorfeld nicht besser informiert wurden.
FWG Die Freie Wählergemeinschaft hat der Leistungsvereinbarung im Rat nicht zugestimmt. Sie lehnt auch den gewählten Standort ab. Ihr Chef Erich Oberem: „Wir sind außerdem der Ansicht, dass die Bezirksvertretung hätte gehört werden müssen.“
Grüne Dieser Meinung sind auch die Grünen. Deshalb haben sie den Regierungspräsidenten eingeschaltet. Fraktionschef Karl Sasserath: „Der Ärger war absehbar, wenn man erst alles in trockene Tücher bringt und dann die Bürger vor vollendete Tatsachen stellt.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





