Mönchengladbach: Café Pflaster: Protest hält an
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 22.09.2008Mönchengladbach (RPO). Drei Tage vor Eröffnung des Café Pflasters geben sich die Gegner nicht geschlagen. Sie wollen mit allen Mitteln den Standort der Anlaufstelle für Tagesobdachlose und Drogenabhängige an der Brucknerallee verhindern.
750 Unterschriften hat die Bürgerinitiative Brucknerallee schon gesammelt. Und ihr Sprecher Alexander Bach ist sich sicher, dass es bis zur Ratssitzung am Mittwoch, in der das Café Pflaster noch einmal Thema sein wird, noch mehr werden. Denn warum die neue Anlaufstelle für Tagesobdachlose und Drogenabhängige ausgerechnet in der Nähe von vier Schulen eingerichtet werden soll, leuchte niemanden ein, wie er sagt.
Auf der Internetseite der Bürgerinitiative häufen sich die kritischen Kommentare. Manche sind hart und emotional: „Selten so etwas Hirnrissiges erlebt.“ Andere besorgt: „Cafe Pflaster ist zwar eine gute Sache, aber wurde über die Konsequenzen, den Standort in die unmittelbare Nähe von Schulen anzusetzen, nachgedacht?“
Die Einrichtung
Standorte Aachener Straße 11 (seit 2001), Brucknerallee 37 (geplante Eröffnung 25. September 2008) Ziel Tagesobdachlose sollen hier frühstücken und sich von Krankenschwestern medizinisch betreuen lassen können
Träger Diakonisches Werk Mönchengladbach
Nicola Kupfer, Schulpflegschaftsvorsitzende der evangelischen Grundschule Pahlkestraße, bestätigt: „Ein Großteil der Eltern ist in großer Sorge. Fast alle befürchten, dass sich die Besucher des Cafés nachher im Hugo-Junkers-Park oder auf dem Schulweg der Kinder aufhalten und dass dort Drogengeschäfte abgewickelt werden. Man hat uns versprochen, dass Ordnungsdienst und Polizei stärker kontrollieren, aber alle sind skeptisch, dass es wirklich so passieren wird.“ Kaum eine Mutter oder Vater teile nicht die Befürchtung, dass die Kinder angesprochen, belästigt, angepumpt oder verängstigt werden könnten.
Deshalb hätten sich auch viele der Bürgerinitiative angeschlossen. „Der Großteil der Café-Besucher bereite sicher keine Probleme“, glaubt Alexander Bach, „aber was ist mit den Verhaltensauffälligen? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn etwas passiert?“ Sicher sei es wichtig, sich um eine Minderheit zu kümmern, „aber was ist mit dem Schutz der Mehrheit? Wir geht es immerhin um 2000 Schüler“, sagt der Vater von zwei Söhnen, von denen einer die evangelische Grundschule Pahlkestraße der andere das Hugo-Junkers-Gymnasium besucht.
Es gibt auch Lehrer, die nicht glücklich über den neuen Café-Pflaster-Standort sind. Einige Eltern sollen nämlich schon angekündigt haben, dass sie ihre Kinder angesichts der nahen Anlaufstelle für Tagesobdachlose und Drogenabhängige lieber an anderen Schulen anmelden. Selbst über Schulwechsel werde schon nachgedacht.
Auch wenn die Einladungen für die Eröffnung des Café Pflasters an der Brucknerallee schon verschickt sind, hoffen die Mitglieder der Bürgerinitiative noch auf „Einsicht“ bei den Politikern. Bach: „Die Freie Wählergemeinschaft will im Rat den Antrag stellen, den Beschluss über den Abschluss der Leistungsvereinbarung mit dem Träger des Cafés, also der Diakonie, aufzuheben.“
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





