Mönchengladbach: Café Pflaster: Widerstand wächst
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 25.04.2008Mönchengladbach (RPO). Anwohner der Brucknerallee haben noch nicht aufgegeben. Sie wollen das Projekt „Café Pflaster“ am geplanten Standort in Rheydt auf jeden Fall verhindern.
Zwar gibt es schon einen entsprechenden Ratsbeschluss, doch das konnte den Widerstand der Bürger nicht brechen. Im Gegenteil: Sie sammeln weiter Unterschriften. Über 200 sollen schon zusammengekommen sein. Der Treffpunkt für obdachlose und suchtkranke Menschen, so sagen sie, dürfe auf keinen Fall in dem Haus an der Brucknerallee 37 eingerichtet werden, an dem täglich Hunderte von Schülern vorbei gehen. Schon jetzt werde der naheliegende Hugo-Junkers-Park von Dealern aufgesucht, fänden sich leere Flaschen und gebrauchte Spritzen an der Maria-Lenssen-Schule und sei der Spielplatz Oskar-Craemer-Straße von Kindern kaum zu nutzen.
Das alles werde sich noch verschlimmern, befürchten die Anwohner. Manche sind offenbar so wütend, dass sie die gesamte evangelische Kirche für das Vorhaben verantwortlich machen. Pfarrer Olaf Nöller hatte schon eine Beschwerde auf seinem Anrufbeantworter. Eine Frau schlug vor, den Obdachlosen-Treffpunkt in die Kirche zu verlegen. „Dabei hat die evangelische Kirchengemeinde Rheydt mit dem Projekt als Träger nichts zu tun“, teilt Nöller mit.
Träger des Treffpunktes ist vielmehr das Diakonische Werk Mönchengladbach. Und es war ein Ergebnis des Projektes Innenstadtkonzept Rheydt, dass in der Nähe des Marktplatzes das zweite Café Pflaster in der Stadt eingerichtet wird. Denn an Kirche und Rathaus treffen sich seit Jahren Drogen- und Alkoholabhängige. Die Anwohner der Brucknerallee glauben, dass sich ein anderer Standort für das Café besser eigne: das leer stehende Gesundheitsamt an der Gartenstraße zum Beispiel. Doch das ist offenbar zu groß und kann nicht ausreichend kontrolliert werden.
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