Mönchengladbach: Caritas-Altenheim: Kontrollen verschärft
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 20.07.2010Mönchengladbach (RPO). Bisher hat kein Bewohner des Giesenkirchener Caritas-Altenheims den Wunsch geäußert, in eine andere Senioren-Einrichtung zu ziehen. Das berichtete gestern André Peters, von der Management- und Unternehmensberatung Contec GmbH und Interims-Geschäftsführer im Altenheim an der Konstantinstraße.
Dafür sieht er Gründe: "Die Bewohner haben erst vor einem Jahr den anstrengenden Umzug vom alten in das neue Haus hinter sich gebracht. Außerdem ist die Angst vor einem Ortswechsel riesig. Die Senioren hängen sehr an ihrem Stadtteil." Das städtische Amt für Altenhilfe als Heimaufsicht soll Ende vergangener Woche sogar die Evakuierung des Heimes in Erwägung gezogen haben.
Tägliche Visite
André Peters bestreitet nicht, dass die Missstände im Giesenkirchener Caritas-Altenheim gravierend waren und sind. "Da ist noch längst nicht alles in Ordnung. Wir müssen noch mehr kontrollieren, wir werden zusätzliches Personal einstellen und erwarten von der Heimaufsicht klare Absprachen und eine enge Zusammenarbeit." Zusätzlich hat er, nachdem vor wenigen Tagen erneut ein schwerer Pflegefehler bekannt wurde, eine tägliche Pflege-Visite eingeführt. "Wir besuchen jeden einzelnen Bewohner und kontrollieren, ob er richtig gepflegt und versorgt wird."
Inzwischen hat das Selbsthilfenetzwerk "Pro Pflege" der neuen Landesregierung einen Vorschlag unterbreitet. Der Vorsitzende, Werner Schell, wünscht sich von der neuen Gesundheitsministerin Barbara Steffens einen Beauftragten für die Belange pflegebedürftiger Menschen. Als Verwaltungsmann im gehobenen Dienst hat er etliche Jahre bei der Landesregierung gearbeitet, und als Dozent für Pflegerecht lehrt er in Krankenpflegeschulen. "Ich hatte auch schon mit dem Vorgänger der Ministerin über die Installation eines solchen Ombudsmannes gesprochen – leider ohne Erfolg." Karl-Josef Laumann habe alle Warnungen und Hinweise, die die Mönchengladbacher Caritas-Einrichtungen betrafen, ignoriert. "Die Misere hat ja nicht gerade eben erst begonnen", sagt Werner Schell, "schon seit einem Jahr hat es in Giesenkirchen mächtig gekracht."
Die Vertrauensperson soll nach Schells Vorstellung auf Landesebene als Ansprechpartner ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte pflegebedürftiger Menschen haben. Werner Schell sagt: "Wir haben uns eingemischt und bleiben an der Sache dran." Vor allem fordert er schnelle Konsequenzen auf der Leitungsebene. "Wir werden nicht nachgeben: Auf der Führungsebene des Caritasverbandes muss so schnell wie möglich aufgeräumt werden."
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