Mönchengladbach: CDU bald ohne Bezirksvorsteher?
VON GABI PETERS UND DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 30.09.2009Mönchengladbach (RPO). Die drei Ampel-Fraktionen beteuern unisono: "Über personelle Entscheidungen haben wir noch gar nicht gesprochen." Doch ist damit zu rechnen, dass SPD, FDP und Grüne auch in dieser Hinsicht ihre Leute an die Spitze bringen werden und die CDU weitgehend außen vor lassen – in den Bezirken, bei der Besetzung der Bürgermeister-Posten, in den Aufsichtsräten und mittelfristig auch in der Dezernentenriege der Stadtverwaltung. Das könnte passieren:
bezirke Vor der Kommunalwahl kursierten nur Namen von CDU-Politikern für den Vorsitz der vier neuen Bezirke. Bei einer Ampel wird die stärkste Fraktion im Rat vermutlich leer ausgehen. In den Bezirken Süd und Nord sind die Mehrheitsverhältnisse klar: Süd mit Rheydt würde dann wahrscheinlich an den jetzigen Rheydt-Mitte-Bezirksvorsteher Karl Sasserath (Grüne) gehen. Im Norden hat Michael Hildemann (SPD) gute Chancen. In den Bezirken Ost und West ist das Rennen eng. Hermann-Josef Krichel-Mäurer (SPD) wird im Osten gehandelt, Ulrich Mones (SPD) oder Achim Wyen (FDP) im Westen. In diesen beiden Bezirken könnte die Stimme des Vertreters der Linkspartei den Ausschlag geben. Bei zweimaligem Patt bei der Abstimmung würde dann das Los entscheiden.
Bürgermeister Statt zwei soll es vermutlich drei Bürgermeister geben. Norbert Bude (SPD) ist als Oberbürgermeister gewählt. Der erste stellvertretende Bürgermeister ginge dann an die Ampel (Jansen-Winkeln, Nicole Finger?), der zweite an die CDU, der dritte an die Ampel.
Dezernenten Eine Ampel-Mehrheit im Rat sichert vermutlich die Stelle des FDP-Mitglieds Bernd Kuckels als Kämmerer und Stadtdirektor. Seine Amtszeit läuft demnächst aus. Die Stelle des Technischen Beigeordneten ist noch unbesetzt. Wird ihm das Ressort Umwelt zugeschlagen, könnten die Grünen ihn mit einem Kandidaten besetzen wollen, der ihnen nahesteht. Die SPD würde dann den Zugriff auf die Dezernentenstelle beanspruchen, die als nächste frei wird.
Aufsichtsräte In den Aufsichtsräten und Sondergremien der Stadt gibt es lukrative Posten. Zu den bestbezahlten gehört zum Beispiel der Vorsitz des NVV-Aufsichtsrats, der zurzeit noch von CDU-Mann Reiner Brandts besetzt ist. Auf diesen Posten wird wohl die SPD spekulieren. Ebenfalls gut vergütet: der EWMG-Aufsichtsratsvorsitz. Den hat im Moment FDP-Chef Dr. Anno Jansen-Winkeln. Und so wird das bei einer Ampel-Koalition wohl auch bleiben. Die Gesellschafterversammlung soll außerdem durch den Oberbürgermeister Norbert Bude vertreten werden. Das hatte die CDU 2004 verhindert.
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