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Mönchengladbach: CDU gibt Rheydt-Mitte ab

VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 31.08.2009 - 12:09

Mönchengladbach (RPO). Für die SPD wird Rheydt-Mitte zur Hochburg: Sie holte alle Wahlbezirke direkt. Auch im Bezirk Volksgarten hat die CDU kein Ratsmitglied mehr: Breymann und Eibenberger scheiterten. So wie auch Frank Boss in Giesenkirchen.

Die Wahlbezirke, die an die CDU (schwarz) und die SPD (rot) gingen.  Foto: Stadt Mönchengladbach
Die Wahlbezirke, die an die CDU (schwarz) und die SPD (rot) gingen. Foto: Stadt Mönchengladbach

Die CDU hat zwölf Wahlbezirke an die SPD verloren. Da könnte man schnell sagen: Das ist eine herbe Schlappe für die Christdemokraten. Andererseits hat aber auch die SPD trotz der großen Erfolge in den 33 Wahlbezirken im künftigen Stadtrat ein Ratsmandat weniger als im jetzigen.

Die Reserveliste, auf die bei den Sozialdemokraten immer Verlass war, wenn sie denn einen halbwegs guten Platz hatten, zieht nur bedingt: Für die derzeitigen Ratsmitglieder Oliver Büschgens und Michael Hildemann ist der SPD-Erfolg in den Wahlbezirken ein Wermutstropfen: Sie sind nicht mehr dabei. Und Frank Boss, über viele Jahre unumstrittener CDU-Politstar in Giesenkirchen, verlor seinen Direktwahlkreis und gelangt nur deshalb in den Rat, weil er auf der CDU-Liste auf Platz vier geführt wird. Es ist eine total verrückte Wahl ­ darin waren sich gestern zahlreiche Politiker einig.

So wurde bei der OB-Wahl abgestimmt: Rot für Bude, Schwarz für Post. Foto: Stadt Mönchengladbach

Oft ein enges Rennen

Was auffällt: Die Abstände zwischen dem gewählten Kandidaten und seinem härtesten Widersacher waren teilweise hauchdünn. Da sind vielerorts die Zeiten vorbei, als meist der CDU-Kandidat den SPD-Mitbewerber um Längen hinter sich ließen. Da macht die SPD-Politiker Christa Siegers in Windberg-Süd/Waldhausen das Rennen, weil sie CDU-Hoffnungsträgerin Annette Bonin um 66 Stimmen hinter sich ließ.

In Speick/Westend/Altstadt-Süd liegt CDU-Schwergewicht und Stadtmitte-Bezirksvorsteher Herbert Pauls nur um 51 Stimmen vor Michael Hildemann. Ganz krass die Situation in Giesenkirchen. Horst-Peter Vennen (SPD) ist in Nord mit 29 Stimmen vor Frank Boss (CDU), in Süd macht Ralf Werner Kremer (CDU) mit 44 Stimmen Vorsprung das Rennen vor Oliver Büschgens.

Interessant auch das Abschneiden der OB-Kandidaten. Nur Norbert Bude trat nicht selbst in einem Wahlkreis an. Norbert Post toppte sein Ratswahlergebnis von 2004 noch um 1,2 Punkte auf 53,7 Prozent und ist deutlich besser als sein OB-Wahlergebnis im Bezirk Neuwerk. Auch Robert Baues erzielt ein Ergebnis, das früher ein Standardresultat für die CDU in der Stadt: 52,7 Prozent. „Aber es ist merkwürdig, dass die Neuwerker nicht so mitgezogen haben, als es darum ging, einen der Ihren zum OB zu machen”, sagte gestern Abend ein ratloser Baues.

Gute Ergebnisse in ihren Wahlbezirken gab es auch für FDP-Fraktionschef und OB-Kandidat Dr. Anno Jansen-Winkeln mit 11,9 Porzent (+3,1), Karl Sasserath (Grüne) mit 24,3 Prozent (+10,5), während FWG-Spitzenmann Erich Oberem sein 2004er Ergebnis hielt. Inge Lukaschek (Zentrum) sammelte nur 17 Stimmen, NPD-Mann Manfred Frentzen kam auf 68.

Bemerkenswert: Die CDU hat in Rheydt-Mitte kein Ratsmitglied mehr, nachdem alle Wahlbezirke an die SPD gingen. Wolfgang Wolff, Joachim Roeske, Michael Déjosez, Martin Kirschbaum und Hoffnungsträgerin Kirsten Rahmen schafften es nicht. Im Bezirk Volksgarten kamen Dieter Breymann und Frank Eibenberger unter die Räder. Sogar Wickrath-Ortskern, eigentlich eine Domäne der CDU, ging an die SPD (Ulrich Mones gegen Dr. Axel Bieling).

Von den Hoffnungsträgern bleiben nach derzeitigem Stand übrig: Markus Heynckes (CDU), Hans-Wilhelm Reiners (CDU), Peter Feron (CDU), Ralf Horst (SPD), Laura Balter (SPD), Uwe Bohlen (SPD), Nicola Schiemann (Linke, über Liste), Dennis Hutschenreiter (SPD, über Liste), Anna Rogel (Grüne, über Liste), Heiko Effelsberg (FDP, über Liste) und Bernd Püllen (FWG, über Liste).

Apropos Püllen: Der FWG-Ratsherr, der bei einem Amoklauf vor einigen Wochen in Schwalmtal schwer verletzt wurde, holte in seinem Wahlkreis Giesenkirchen-Süd fast 20 Prozent der Stimmen ­ ein Top-Ergebnis für die Freie Wählergemeinschaft.

Quelle: RP

 
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