Mönchengladbach: CDU setzt auf Post und Schroeren
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 09.10.2009Mönchengladbach (RPO). Mit ihren Abgeordneten Norbert Post und Michael Schroeren geht die CDU in den Landtagswahlkampf 2010. Der Kandidat Erwin Rüttgers setzte sich nicht gegen Schroeren durch. Kreisparteichef Post zog eine Bilanz der drei Wahlen in diesem Jahr und machte "Egotrips" in der Fraktion aus.
Die jetzigen CDU-Landtagsabgeordneten Norbert Post und Michael Schroeren kandidieren erneut für das Landesparlament, das im Mai nächsten Jahres gewählt wird. Gestern Abend votierten mehr als 300 Mitglieder in der Odenkirchener Burggrafenhalle für die beiden christdemokratischen Politiker. Schroeren hatte mit Erwin Rüttgers einen Gegenkandidaten, der aber mit 100 gegen 204 Stimmen unterlag. Post bekam 254 Stimmen, 38 wollten ihn nicht.
Diese Entscheidungen waren von politischen Beobachtern in Mönchengladbach so erwartet worden. Viel wichtiger schien vielen erschienenen Mitglieder zu sein, welche Bilanz Kreisparteichef Post nach der Kommunalwahl zog und wie er die bislang gescheiterten Verhandlungen um eine politische Mehrheit für den neuen Rat bewertete. Sie wurden nicht enttäuscht. Mit deutlichen Worten kritisierte Post das Abschneiden der CDU und das Verhalten der Fraktion in der zu Ende gehenden Wahlperiode. Immer wieder musste der CDU-Landtagsabgeordnete seine Rede unterbrechen, weil die Mitglieder seiner Analyse mit starkem Beifall zustimmten. "Wir müssen dringend anders agieren und uns anders darstellen", sagte Post und machte als Schwachpunkte der politischen Arbeit in der jüngeren Vergangenheit "Egotrips verschiedener Mitglieder bei der Ratsarbeit", eine "destruktive Informationspolitik" und einen "Mangel an Solidarität" aus.
Auf ein Neues
Landtag Der neue Landtag wird am 9. Mai 2010 gewählt.
SPD-Kandidaten Post hat es mit der SPD-Kandidatin Angela Tillmann, Schroeren mit Hans-Willi Körfges zu tun. Tillmann und Körges kamen 2005 über die Reserveliste in den Landtag
Chancen Post ist klarer Favorit, Schroeren muss kämpfen
"Wähler bestrafen mangelnden Einigungswillen"
Posts Analyse der drei Wahlen (Europa-, Kommunal- und Bundestagswahl) fiel unmissverständlich aus: "Die Zeiten sind vorbei, als wir deutlich über 40 Prozent lagen." Während der ehemalige Lehrer dem Abschneiden bei Europa- und Bundestagswahl noch die Note 3 - gab, räumte Post ein: "Bei der Kommunalwahl haben wir uns eine 5, ein Mangelhaft, eingefahren." Verantwortlich machte er dafür weniger sachliche Fehlentscheidungen, sondern den mangelnden Willen zur Einigung in Fraktion und Partei: "Und das bestrafen die Wähler."
Post ging auf die Gespräche mit anderen Fraktionen für eine Mehrheit im Rat ein. Kein Gespräch sei schlecht gewesen, alle Optionen waren denkbar: "Niemand hat gesagt, dass es mit den Grünen nicht geht. Und wir haben auch nicht signalisiert, dass der SPD-Vorsitzende für uns nicht akzeptabel sei." Der Parteichef hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass die CDU am Ende doch Teil einer Mehrheit ist. "Opposition – das haben wir nicht gewollt und nicht verhandelt", betonte Post. Und er warnte: "Die Flucht in die Leichtigkeit der Opposition ist deprimierend." Gleichwohl sicherte er zu, die CDU werde die Stadtpolitik mitbestimmen. Post versprach eine Erneuerung: "Wir werden wieder die Nähe zu den Menschen suchen."
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