Mönchengladbach: CDU: Theater soll drastisch abspecken
VON D. RICHERDT UND P. DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 14.11.2008Mönchengladbach (RPO). Wie eine Bombe schlug die Nachricht gestern ein: Fürs Theater soll es keine zusätzlichen Mittel geben. Vorher war die Frage auf Wunsch der CDU vertagt worden, im Theaterkuratorium wie im Kulturausschuss. Die unangenehme Nachricht der Theatergeschäftsführung, nach den Tariferhöhungen im öffentlichen Dienst reiche der laufende Theaterhaushalt nicht mehr aus, löste zunächst Ratlosigkeit bei Politikern der CDU und der FDP aus.
Gestern trafen sich nun die beiden Fraktionsvorsitzenden der Krefelder und Mönchengladbacher CDU, Wilfrid Fabel und Rolf Besten, zusammen mit den beiden Kultursprechern Wolfgang Dreßen und Hans-Peter Kreuzberg. In Krefeld fällten sie auch eine Entscheidung. Die könnte für die Vereinigten Städtischen Bühnen dramatische Auswirkungen haben: „Die Fraktionsvorsitzenden werden ihren Fraktionen empfehlen, für das Theater keine zusätzlichen Mittel bereit zu stellen“, berichtete CDU-Fraktionsgeschäftsführer Hans-Wilhelm Reiners gestern Abend.
Keine Stellungnahme vom Theater
„Das kann ich erst mal gar nicht glauben“, war die erste Äußerung eines hörbar verdutzten Theatergeschäftsführers Reinhard Zeileis. Stellung nehmen könne er gegenwärtig noch nicht. Auch Kulturdezernent Dr. Gert Fischer fühlte sich gestern auf dem „falschen Fuß erwischt“. Er deutete jedoch an, dass bei Umsetzung der Beschluss-Empfehlung das Theater Gefahr laufe, in die Insolvenz zu fallen. Dann nämlich, wenn die Vereinigten Bühnen ihre laufenden vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr finanzieren können. Deutlichere Worte fand Fischers Krefelder Kollege. Roland Schneider nannte es „einen theaterpolitischen Skandal ersten Ranges“. Wenn die Städte ihren jeweiligen Anteil von 400 000 Euro nicht zuschießen würden, wäre das „glatter Wortbruch“.
„Das Theater wird handlungsunfähig“, hatte Intendant Jens Pesel vor gut zwei Wochen im Theaterkuratorium gewarnt, nachdem die Gladbacher CDU und FDP den Nachtragshaushalt abgelehnt hatten.
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