Mönchengladbach: CDU will alkoholfreie Zone
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 30.06.2009Mönchengladbach (RPO). In der Stadt häufen sich Beschwerden über Jugendliche und junge Erwachsene, die sich auf öffentlichen Plätzen und in Parks zu Trinkgelagen treffen. Die CDU Oberstadt-Waldhausen fordert deshalb ein Alkoholverbot wie in Freiburg.
Jeden Freitagmittag geht's los. Je nach Wetterlage bevölkert eine mehr oder weniger große Gruppe von Jugendlichen und jungen Erwachsenen den Jonaspark oder den Theatervorplatz. Dagegen sei nichts einzuwenden, findet Stefan Wimmers, Vorsitzender der CDU Oberstadt-Waldhausen, wenn nicht mit dem steigenden Alkoholkonsum die Zahl der Belästigungen und Pöbeleien wachsen würde. "Manchmal werden ganze Einkaufswagen voll mit Bier- und Wodkaflaschen in den Park geschoben", sagt er.
Trinkspiele im Park
Auch in der Stadtverwaltung kennt man das Phänomen. Im Bunten Garten treffen sich regelmäßig junge Menschen zum "Flunkyball", einem Trinkspiel, bei dem Bier eine bevorzugte Rolle spielt. Immer wieder einmal gibt es Spontanfeten im Volksgarten oder auch im Stadtwald. Je später der Tag, desto höher der Alkoholpegel und desto größer der Ärger.
Gegen die Versammlungsmöglichkeiten hat die CDU Oberstadt-Waldhausen nicht das Geringste einzuwenden, "aber bitte nicht zu Lasten der Mitmenschen", sagt Stefan Wimmers. Er möchte, dass die Stadt eine Satzung beschließt, wonach in einem definierten Raum der öffentliche Verzehr von Alkohol untersagt wird. Die CDU Oberstadt-Waldhausen stellt sich dafür den Bereich zwischen Europaplatz und Altstadt, Geroweiher und Adenauerplatz vor. Mit einem Alkoholverbot würde nach Ansicht der Unionsmitglieder das Interesse an solchen Massenfeten sinken. Außerdem trage die Satzungsänderung zur Gewaltprävention und zum Jugendschutz bei. Kneipen und Gaststätten seien von dem Verbot nicht betroffen, im Gegenteil. Wimmers: "Alkohol soll dort verzehrt werden, wo dies unter professionellen Bedingungen möglich und ursprünglich angedacht war – in den Gastronomiebetrieben unserer Stadt und bei Veranstaltungen."
In der Stadtverwaltung sehen die Rechtsexperten ein Alkoholverbot an öffentlichen Plätzen allerdings als "problematisch" an. "Alkoholkonsum ist kein Ordnungswidrigkeitstatbestand", sagt Stadtsprecher Wolfgang Speen. Im Jahr 2007 seit mit der Einführung des Kommunalen Ordnungs- und Sicherheitsdienstes (KOS) die Straßen- und Anlagenverordnung schon verändert worden. "Seitdem darf auf Spielplätzen nicht mehr getrunken werden", sagt Speen. Außerdem würden die KOS-Mitarbeiter einschreiten, wenn die Trinkgelage in Pöbeleien und Randale ausarten. Auch bei der Polizei sieht man noch keine Veranlassung für ein solches Verbot, auch wenn Alkohol laut Polizeisprecher Willy Theveßen sicherlich bei vielen Straftaten eine Rolle spielt. Aber auch aus diesem Grund gebe es auch die Videoüberwachung am Alten Markt, die zur Sicherheit beitrage.
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