Mönchengladbach: Chaos wegen Öffnungszeiten
VON BARBARA GROFE - zuletzt aktualisiert: 14.07.2008Mönchengladbach (RPO). Mehr und mehr Geschäfte und Dienstleister nutzen die Möglichkeiten des gefallenen Ladenschlussgesetzes. Filialisten lassen Kunden bis 22 Uhr einkaufen, Banken verlängern ihre Beratungszeiten. Einheitlich ist dabei nichts.
Noch mehr Kundenfreundlichkeit – das ist das Ziel der Maßnahme, die die Stadt Mönchengladbach für die Zeit nach den Sommerferien plant. „Auf Wunsch der Kunden sollen bestimmte Stellen auch samstags aufgesucht werden können“, sagt Stadt-Sprecher Dirk Rütten. Allerdings: Welche Stellen das sein werden und wie lange sie samstags öffnen, ist genauso wenig beantwortet wie die Frage nach der Halbwertszeit. „Zunächst handelt es sich um einen Pilotversuch“, sagt Rütten. Was die Stadt versucht, ist auch woanders häufig zu beobachten.
Volksbank Ab August können sich Volksbank-Kunden dienstags und donnerstags bis 19 Uhr mit ihren Beratern treffen. Damit, so die Bank, werde dem Kundenwunsch nach einer ausführlicheren Beratungszeit in den Abendstunden nachgekommen.
Gladbacher Bank Ähnliches passiert bei der Gladbacher Bank – das allerdings schon seit einer Weile. Schon 2006 hat die Bank Beratungszeiten an Wochentagen von 8 bis 20 Uhr eingeführt. Schalterzeiten sind von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr. „Tagsüber nutzen die Leute die Zeit eher für die alltäglichen Bankgeschäfte. Abends kommen sie zur Anlageberatung oder zur Baufinanzierungsberatung“, sagt Melanie Kneip von der Bank. Anfang des Jahres hat das Geldinstitut eine Kundenbefragung durchgeführt, die die Praxis der durchgehenden Öffnung und langen Beratung am Abend bestätigte.
Sparkasse Auch die Sparkasse ist bald länger für Kunden erreichbar. „Ab dem 4. August ist unser Haus länger geöffnet“, sagt Sprecher Heinz Willems: Montags bis mittwochs von 8.30 Uhr bis 16.45 Uhr, donnerstags von 8.30 Uhr bis 18 Uhr und freitags von 8.30 Uhr bis 16 Uhr. Seit das Ladenschlussgesetz vor anderthalb Jahren gefallen ist, nutzen auch die Filialisten ihre Chance, die Häuser lange zu öffnen.
Rewe Dirk Heynckes, Inhaber des Rewe-Marktes an der Sittardstraße, freut sich darüber, dass er seinen Laden täglich von 7 bis 22 Uhr öffnen kann. „Fast 20 Prozent des Tagesumsatzes machen wir in den zwei Stunden nach 20 Uhr“, sagt er. Seit November 2006 habe sich der Zuspruch kontinuierlich gesteigert. Statt eines Zwei-Schicht-Systems arbeiten die Mitarbeiter in vier Schichten, alle vier Wochen ist jeder bis Ladenschluss dran.
Real Auch Real hat sich zu großen Teilen auf die Abendeinkäufer eingestellt: Während montags bis mittwochs von 8 bis 20 Uhr eingekauft werden kann, ist von donnerstags bis samstag bis 22 Uhr Zeit (Ausnahme: Filiale an der Rheydter Hauptstraße). Schnell hätten sich die Kunden an die Öffnungszeiten gewöhnt, sagt Silke Wimmers von der Unternehmenskommunikation.
Kaiser’s Die meisten Märkte der Kaiser’s/Tengelmann-Kette haben abends bis 21 Uhr geöffnet. Die Kundenreaktion ist positiv, sagt Pressesprecherin Sandra Rudolph: „Sie nehmen diese zusätzliche Stunde sehr gut an.“
Edeka Auch bei Edeka ist kein einheitliches Einkaufen angesagt – von Markt zu Markt und von Region zu Region gibt es Unterschiede. Grundsätzlich aber, das erklärt Stephan Stewes von Edeka, seien die Kunden froh darüber, wenn ein Markt länger öffne. Sie nutzten das Angebot.
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