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Mönchengladbach: Ciftci: Steinigung ist gerechtfertigt

VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 19.08.2010 - 18:57

In einem Interview mit dem Züricher Tagesanzeiger hat Muhamed Ciftci, Leiter der umstrittenen Islamschule, die Steinigung als Strafe für Ehebruch als gerechtfertigt erklärt. Jedoch seien strenge Voraussetzungen zu erfüllen. Auch seine Aussage, Abtrünnige müssten geköpft werden, relativierte er.

Hintergrund der Durchsuchungen ist auch ein Ermittlungsverfahren gegen den Braunschweiger/Mönchengladbacher Verein "Einladung zum Paradies".  Foto: RP, Ilgner
Hintergrund der Durchsuchungen ist auch ein Ermittlungsverfahren gegen den Braunschweiger/Mönchengladbacher Verein "Einladung zum Paradies". Foto: RP, Ilgner

Für Muhamed Ciftci ist „alles, was im Koran steht und uns vom Propheten überbracht wurde, gerecht und vernünftig“. Der Leiter der umstrittenen Islamschule und Vorsitzende des Vereins „Einladung zum Paradies“ hat sich zum Ziel gesetzt, den sunnitischen Islam, auf Grundlage der ersten drei Generationen nach Muhammad, in Deutschland und eurpoaweit zu vermitteln. So steht es auf seiner Internetseite.

Er selbst sagt, dass weder er noch die Lehrer der Islamschule je zu Terror oder zu verfassungsfeindlichem Verhalten aufgefordert haben. Sicherheitsexperten sehen das anders. Sie haben den Prediger, der nach eigenen Angaben an der Universität Medina in Saudi Arabien Islamische Rechtswissenschaft studierte, seit Jahren im Visier. Der Vorwurf: Salafisten wie Muhamed Ciftci lehnten die freiheitlich demokratische Grundordnung grundsätzlich ab, außerdem gebe es frauenfeindliche Tendenzen. So befürworte Muhamed Ciftci beispielsweise, dass Frauen außerhalb ihres Hauses Hände und Gesicht bedecken und nicht ohne Begleitung nach draußen gehen.

Strenger Islam

Sicher ist, dass Ciftci einen strengen Islam predigt. Die Steinigung als Strafe für Ehebruch sei gerechtfertigt, sagte der 36-jährige Prediger in einem Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger. Die Reporterin Denise Jeitziner hatte ihn zum Schicksal von Sakineh Ashtiani, die wegen angeblichen Ehebruchs im Iran gesteinigt werden soll, befragt.

Wenn ein Single mit einer verheirateten Person schläft, wird er mit 100 Peitschenhieben bestraft. Wird ein verheirateter Mensch beim Seitensprung erwischt, heiße die Strafe „Tod durch Steinigung“. Diese Regeln stellte Muhamed Ciftci im Interview nicht infrage. Er erklärte vielmehr, dass Ehebruch eine der schlimmsten Sünden sei, die man begehen könne. Allerdings seien strenge Voraussetzungen zu erfüllen, bis es zu einer derartigen harten Strafe wie Steinigung komme. So müssten beispielsweise vier Erwachsene, die bei vollem Verstand seien, den Geschlechtsakt ganz deutlich mit eigenen Augen gesehen haben. Zudem müsse einem Ehebrecher Reue erlaubt sein. Zeige eine Person Reue, müsse sie in Ruhe gelassen werden, erklärte Ciftci in dem Interview.

Wie die Reporterin Denise Jeitziner unserer Zeitung gegenüber erklärte, habe sie nach dem Interview Ciftci die Zitate vorgelegt. „Autorisiert hat er sie nicht, trotz Nachfrage“, berichtete sie. Der Prediger habe die Frist, sich zu melden und eventuell etwas zu korrigieren, verstreichen lassen. So erschien das Interview ohne Änderungen.

Medienschelte für den Züricher Tagesanzeiger gab es bisher nicht. Die verteilen Muhamed Ciftci und Prediger Pierre Vogel jedoch nicht selten und nicht nur jetzt, anlässlich der Berichterstattung zum geplanten Umzug der Islamschule von Braunschweig nach Mönchengladbach. Die Mitglieder des Vereins Einladung zum Paradies fühlen sich oft falsch zitiert und kritisieren, dass ihre Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen worden seien.

Das sei auch bei dem mittlerweile wieder aus dem Internet herausgenommenen Video von Muhamed Ciftci geschehen, in dem er erklärte, dass Muslime, die vom Glauben abfallen, geköpft werden müssten. Ein Schüler von ihm erklärte dazu: „Er meinte, dass alle abtrünnigen Muslime in einer islamischen Gesellschaft enthauptet werden müssten. Diese islamische Gesellschaft ist aber reine Theorie.“


 
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