Mönchengladbach: Citykirche: Hier tut sich was
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 09.11.2006Mönchengladbach (RPO). Sie schien dem Verfall preisgegeben. Doch jetzt ist es deutlich sichtbar: Das Baugerüst an der Hauptpfarrkirche am Alten Markt signalisiert, dass das Gotteshaus gerettet werden soll. Dafür werden Spenden gebraucht.
Der Chor droht einzustürzen, eiserne Anker halten die Stützpfeiler von außen, Wasser dringt seit Jahren ungehindert in die Wände, der Putz bröckelt in den Kirchenraum, und Unkraut wuchert in den Regenrinnen. Der beklagenswerte Zustand der spätgotischen Hauptpfarrkirche am Alten Markt hat dramatische Züge angenommen. Aber jetzt ist Schluss, ein Baugerüst signalisiert: Hier wird gearbeitet. Und dass das so ist, daran hat der „Bauverein Hauptpfarrkirche“ entscheidenden Anteil.
„Bis Ende des Jahres muss mit den Renovierungen begonnen werden.“ Das hatten Propst Dr. Albert Damblon und Dirk Heinemann vom Vorstand des Vereins vor fast genau zwei Monaten der Öffentlichkeit mitgeteilt. Das klappt. 180 000 Euro kommen vom Land, aus Aachen und von der Pfarrgemeinde. Damit kann die dringend notwendige Dachsanierung in Angriff genommen werden, und die brüchige Außenwand der Nordseite wird saniert. „Die Pfarrgemeinde muss aus eigener Kraft 67 000 Euro aufbringen“, sagt Damblon. „Wir sind ganz dringend auf jede Spende angewiesen.“
Der Bauverein
Bauverein Im Bauverein Hauptpfarrkirche haben sich Mitte des Jahres Bürger der Stadt zusammengefunden.
Ziel ist die Rettung Kirche
Name Der Verein trägt den ursprünglichen Namen der Kirche, da es um den Erhalt des Kirchengebäudes geht
Kontakt unter Tel. 0 21 61 / 85 400 (Dirk Heinemann).
Und das wird in nächster Zeit so bleiben, denn mit dem ersten Bauabschnitt ist es nicht getan. Insgesamt werden 1,5 Millionen Euro benötigt. Der Blick in das Gotteshaus, das seit einiger Zeit als Citykirche und Veranstaltungsort fungiert, beweist: Es gibt viel zu tun. „Wir sind nun einmal in der Situation, auf engstem Raum zwei bedeutende Kirchen – das Münster und die Hauptpfarrkirche – zu haben“, sagt Albert Damblon. Die Riesenfortschritte bei der Sanierung der Basilika gleich nebenan machen ihm allerdings Mut: „Da hat der Bauverein Unglaubliches geschafft.“ Und auch Dirk Heinemann ist zuversichtlich: „Wir schaffen das. Wir müssen das schaffen.“
Das klang vor drei Jahren ganz anders. Da hatte das Bistum unmissverständlich signalisiert: „Von uns sind keinerlei Zuschüsse zu erwarten.“ Und ein Sprecher des Generalvikariats hatte ein regelrechtes Horrorszenario entworfen: „Notfalls wird die Hauptpfarrkirche eingerüstet, und dann warten wir zehn oder 20 Jahre ab.“ Eingerüstet ist sie jetzt. Und in Kürze werden sich Spezialisten an die aufwändigen Renovierungsarbeiten machen. „Wir sind sehr glücklich“, sagen Damblon und Heinemann. „Immerhin bildet die spätgotische Citykirche gemeinsam mit dem Münster das Bild der Gladbacher Innenstadt.“ Und das soll auch so bleiben, bekräftigen die beiden Männer. Wir glauben ihnen.
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