Mönchengladbach: Colautti hilft beim Kampf gegen Krebs
VON ANDRÉ SCHAHIDI - zuletzt aktualisiert: 17.12.2009 - 18:29Mönchengladbach (RPO). Spätestens, als „Jünter” endlich die Turnhalle betrat, brachen alle Dämme. Das Maskottchen der Borussia kam mit einiger Verspätung zur Zeppelinschule. Doch als die Grundschüler das „Fohlen” erspähten, wurde selbst Roberto Colautti kurz vergessen. Doch der Stürmer der Borussia war nicht traurig - vorher stand der Argentinier mit israelischem Pass bei den Kindern im Mittelpunkt.
Das Zusammentreffen in der Turnhalle war der Höhepunkt einer anrührenden Aktion. Eine Aktion um Anna-Maria. Die Schülerin der zweiten Klasse der Zeppelinschule war schwer an Krebs erkrankt. Grund genug für ihre Mitschüler, das Heft in die eigene Hand zu nehmen. Jeder Schüler der Klasse 3a schrieb einen Brief an einen Spieler der Borussia.
Sie baten die Fußballer, Geld für den Förderverein für krebskranke Kinder zu spenden - der Kölner Verein kümmert sich unter anderem auch um Anna-Maria. Die Resonanz kam prompt: Die Bundesliga-Profis entschieden sich, 500 Euro aus der Mannschaftskasse beizusteuern. Colautti war das jedoch noch nicht genug. Der 27-Jährige erzählte seiner Frau von der Geschichte. Und beide entschlossen sich, persönlich noch einmal 2500 Euro beizusteuern.
Den Rahmen der Scheckübergabe an Marlene Merhar, die Vorsitzende des Fördervereins, hätte sich Colautti jedoch sicherlich anders vorgestellt: frenetisch bejubelten die 250 Kinder der Grundschule - fast alle mit Fan-Utensilien des Vereins ausgestattet - jeden Schritt des Fußballprofis in der Turnhalle. Sie hatten Bilder für ihn gemalt, eigene Texte für ihn geschrieben.
Sichtlich gerührt nahm der Argentinier die Geschenke in Empfang. „Ich habe selbst zwei kleine Kinder”, sagte er. „Die Briefe der Schüler haben uns alle gerührt. Ich bin stolz, dass ich helfen kann.” Förderverein-Chefin Merhar konnte ihre Rührung kaum verbergen. „Das war eine Aktion von Kindern für Kinder”, sagte sie. „Und dass dann ein so junger Fußballer noch mithilft, ist für uns einfach unbeschreiblich.”
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