Mönchengladbach: Comeback des Operndirektors
VON PETRA DIEDERICHS - zuletzt aktualisiert: 25.08.2010Mönchengladbach (RPO). Im Herbst startet der Theaterbetrieb unter neuer Leitung. Wir stellen Künstler und Theatermacher vor, die mit Intendant Michael Grosse an die Vereinigten Bühnen kommen. Heute: Andreas Wendholz, der Opernchef.
Die Theaterleitung
Intendant Michael Grosse
Operndirektor Andreas Wendholz. Er ist auch Stellvertreter des Generalintendanten.
Musikdirektor Graham Jackson (Vertrag bis Sommer 2011)
Ballettchef Robert North (hat den Vertrag bis 2015 verlängert)
Schauspieldirektor Matthias Gehrt
Ausstattungsleiter Frank Hänig
Auftakt Operngala Samstag, 18. September, 19.30 Uhr, im TiN
Als der Anruf kam, hat Andreas Wendholz nicht lange gezögert. Für ihn war klar: "Ich komme gern zurück, wenn ich mich mit dem neuen Intendanten verstehe." Die Chemie zwischen ihm und Michael Grosse stimmte auf Anhieb. Und dass ihn am Gemeinschaftstheater ein "extrem leistungsstarkes Ensemble" erwartet, weiß Wendholz noch aus den Jahren 1998 bis 2001. Da war er bereits Operndirektor an den Vereinigten Städtischen Bühnen (VSB), bevor er ans Staatstheater Nürnberg wechselte.
Jetzt wird diese Stelle am Theater Krefeld/Mönchengladbach wieder neu eingerichtet. Und Wendholz freut sich auf sein Comeback – mit einer minimalen Einschränkung: "Ich hatte ganz verdrängt, wie viel Fahrerei ein Zwei-Städte-Betrieb bedeutet", sagt er – zumal das Rheydter Haus saniert wird und das Übergangstheater TiN im Nordpark und die Verwaltung an der Aachener Straße räumlich weit voneinander getrennt sind.
Als Netzwerker versteht Wendholz die Aufgaben eines Operndirektors. An alte Kontakte will er anknüpfen, die Verbindung zwischen den Kulturinstituten, die Jens Pesel mit "Kultur macht reich" initiiert hatte, vertiefen. Neue Akzente im Musiktheater, das seinen Standort in Mönchengladbach hat, möchte er mit Produktionen setzen, die an den VSB noch nie zu sehen waren. Zum Beispiel mit der ersten Premiere am 2. Oktober im Krefelder Haus: Prokofjews "Liebe zu den drei Orangen". Die Kombination von Märchen und Satire im Stil der Commedia dell'arte sieht er als Wegweiser in die neue Theater-Ära. "Humor und Ernst müssen im richtigen Verhältnis zueinander stehen." Deshalb gibt es auch die "Lustigen Nibelungen" und das Musical "Me and my Girl". Aber auch Traditionen möchte das neue Leitungsteam des Theaters fortsetzen. Deshalb wird es auch wieder eine Oper von Detlev Glanert geben: "Joseph Süß" – zunächst ab April 2011 im Mönchengladbacher TiN und in der folgenden Spielzeit am Krefelder Haus. Eine Reihe von Projekten und Komponisten würde Wendholz gern am Gemeinschaftstheater sehen: "Wenn wir Geld haben . . ."
In der Phase des Ankommens am Niederrhein will er Regisseure vorstellen, die erstmals hier arbeiten. Und er will junge Sänger fördern. In einem Opernstudio sollen Absolventen der Hochschulen vom Wissensschatz der älteren Kollegen profitieren und für ein oder zwei Jahre mitengagiert werden. Diese Art des Stipendiums bedeutet auch, dass die Geförderten in Zusatzvorstellungen und kleineren Rollen dem Publikum etwas bieten. In Nürnberg hat Andreas Wendholz dieses Projekt, das gut angelaufen war, zurückgelassen. "Der Sängernachwuchs hat es schwer", hat Wendholz erfahren. "Von dieser Konstellation profitieren beide Seiten, Künstler und Zuschauer", ist seine Erfahrung.
Die Musik hat früh seine Liebe zum Theater geweckt. "Mein Vater hat sein Theaterabo nicht regelmäßig genutzt. Also habe ich meine Mutter begleitet." Mit 13 sah Wendholz Verdis "Nabucco" und war tief beeindruckt. Dennoch wollte er nach dem Abi Lehrer werden, Reformpädagoge. Doch dann kam ein Praktikum in der Dramaturgie des Bremer Theaters. Wendholz blieb dabei. Wurde Dramaturg, später Betriebsleiter. Und alles in einer Mission: "Musiktheater darf Spaß machen. Und da sind auch manchmal Absurditäten notwendig."
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum







