Mönchengladbach: Das Aus für den Flughafen
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 18.12.2009 - 16:24Mönchengladbach (RPO). Die letzte Hoffnung für den Ausbau des Flughafens an der Niersbrücke ist geplatzt: Düsseldorf will MGL nun doch nicht für Geschäftsflieger nutzen. Damit hat der Gladbacher Flughafen keine tragfähige Zukunftsperspektive mehr.
80 Prozent des Düsseldorfer Geschäftsflugverkehrs sollte nach Mönchengladbach verlagert werden, rund 25 Millionen Euro in den Ausbau der Start- und Landebahn investiert werden. Seit heute ist klar, dass daraus nichts wird.
Ein Gutachten der Deutschen Flugsicherung hatte ergeben, dass sobald in Mönchengladbach mehr Flieger starten und landen, in Düsseldorf ein Teil der Kapazität verloren geht. Der Grund: Beide Flughäfen liegen so eng beieinander, dass sich die Anflugsektoren überschneiden.
Darum hat die Düsseldorfer Flughafengesellschaft, der 70 Prozent des Flughafens gehören, die Ausbaupläne gestoppt. Außerdem wurde der Kooperationsvertrag zwischen Flughafengesellschaft, NVV und Stadt Willich zum Ende kommenden Jahres gekündigt. In dessen Präambel hatte als Ziel gestanden, Verkehr von Düsseldorf nach Mönchengladbach zu verlagern.
Die Anteile
Die Flughafen Düsseldorf GmbH hält 70,03 Prozent der Anteile am Regional-Flughafen Mönchengladbach. 29,964 Prozent sind im Besitz der Niederrheinischen Versorgung und Verkehr AG, 0,006 Prozent hält die Stadt Willich.
Fünf Millionen Euro Verlust
Zwar versicherte Christoph Blume, Sprecher der Düsseldorfer Flughafengeschäftsführung heute, man wolle nun „mit den Gesellschaftern ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell für Mönchengladbach entwickeln”. Und Flughafensprecher Christoph Witt bestätigte auf Anfrage der RP, dass die Düsseldorfer keinerlei Absicht hätten, den Ergebnisabführungsvertrag zu kündigen. Dieser regelt, dass die jährlich fünf Millionen Euro Verlust des Flughafens ausschließlich von der Düsseldorfer Flughafengesellschaft bezahlt werden. Dennoch heißt die jüngste Entwicklung: Der Flughafen Mönchengladbach hat derzeit keine tragfähige Zukunftsperspektive.
Entsprechend fielen die Reaktionen in der Stadt aus. Oberbürgermeister Norbert Bude sagte in einer ersten Stellungnahme: „Ich bin frustriert. Das macht unsere jahrelangen Bemühungen zunichte.” Bude erinnerte daran, dass es auch jetzt am Flughafen Betrieb gibt. „Dort sind Firmen ansässig, die ohne funktionierenden Flughafen ihrem Geschäft nicht nachgehen können”, so Bude.
Der NVV-Vorstandsvorsitzende Friedhelm Kirchhartz sprach von einer „sehr schlechten Nachricht für unsere ganze Region”. Er sei gespannt auf die Vorstellungen der Düsseldorfer über die Zukunft des Flughafens.
Wirtschaftsförderer Dr. Ulrich Schückhaus spricht von einer „vertanen Chance” und sorgt sich um die 400 Arbeitsplätze, die aktuell am Flughafen hängen.
Die Mönchengladbacher Politik müsse um den Flughafen weiter kämpfen, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Hans Peter Schlegelmilch.
Ruth Witteler-Koch, Vorsitzende des Fördervereins, erklärte, dass auch die Vereinsmitglieder nun ihr weiteres Vorgehen beraten müssten. „Das Spektrum ist breit: von der Bündelung der Kräfte bis zur Auflösung des Vereins.”
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