Mönchengladbach: Das getötete Rosenmädchen
VON GABI PETERS - zuletzt aktualisiert: 02.07.2010 - 12:35Mönchengladbach (RPO). 14 Jahre nach dem Mord an einer jungen Frau hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. Nun hat man zwar den mutmaßlichen Täter, aber die Leiche ist nicht identifiziert. Die Polizei setzt auf Mithilfe aus der Bevölkerung.
Am 4. Juni 1996 fanden zwei Gemeindearbeiter in einem Waldgebiet bei Horsterdijk in Lottum eine tote Frau. Die forensischen Untersuchungen in den Niederlanden ergaben, dass die etwa 18- bis 25-Jährige einem Sexualmord zum Opfer fiel. Doch trotz aller Ermittlungen gelang es der Polizei damals nicht, den Mörder zu fassen.
DNA-Befund brachte die Spur
Jetzt 14 Jahre nach der Tat wurde ein dringend Verdächtiger in Köln festgenommen. Nun hat die Polizei zwar den mutmaßlichen Mörder, aber die Leiche ist noch nicht identifiziert. „Die Frau könnte sich damals auch im Grenzgebiet, also auch in Mönchengladbach aufgehalten haben“, sagt Polizeisprecher Peter Spiertz. „Deshalb bitten die Kriminalbeamten aus Köln um Mithilfe aus der Bevölkerung in unserer Stadt.“
Am vergangenen Dienstag hat die Polizei den 56 Jahre alten arbeitslosen Erich Kurt Lange in seiner Wohnung im Kölner Stadtteil Mülheim festgenommen. Lange ist nach einem inzwischen vorliegenden DNA-Befund dringend verdächtig, die bis heute nicht identifizierte Frau nach massiver Gewaltanwendung sexuell misshandelt und dann getötet zu haben. Er bestreitet die Tat. Die deutsche Justiz hat den Fall von den niederländischen Strafverfolgungsbehörden übernommen. Lange wird sich demnach in Deutschland vor Gericht verantworten müssen.
Der bereits wegen Sexualdelikten in Deutschland vorbestrafte Lange sitzt jetzt wegen des Verdachts des Mordes in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft Köln, die Mordkommission „Rozen“ sowie die niederländischen Kriminalisten setzen nun alles daran, dem als „Rosenmädchen“ bekannt gewordenen Opfer seinen richtigen Namen zurück zu geben.
Deshalb veröffentlicht die Polizei nun die Fotos der Getöteten, des jetzt Festgenommenen aus den Jahren 1999 und 2010 sowie Bilder auffälliger Schmuckstücke und fragt unter anderem: Wer kennt die etwa 1,60 Meter große, schlanke Frau? Sie war 1996 etwa 18 bis 25 Jahre alt und trug ihr dunkel gefärbtes Haar zu einem Pferdeschwanz gebunden. Auffällig sind Operationsnarben an ihrer Stirn, dem linken Unterschenkel sowie an beiden Hüften, die darauf hindeuten, dass sie Anfang der 90er Jahre einen schweren Unfall gehabt hatte. Metallstifte zur Fixierung der Oberschenkelbrüche waren nach Aussage der Rechtsmediziner zirka zwei Jahre vor ihrem Tod operativ entfernt worden.
Wer hat die junge Frau vor der Tat (1. bis 4. Juni 1996) in Begleitung des Beschuldigten Lange gesehen? Wer kennt die abgebildeten Ringe der Toten? Von dem goldenen Ehering (ohne Gravur) wissen die Ermittler, dass er in Pforzheim hergestellt und in Deutschland zwischen 1986 und 1996 in nur 17 Geschäften verkauft wurde. Hinweise nimmt die Mordkommission Rozen unter der Telefonnummer 0221 229-0 entgegen.
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