Mönchengladbach: Das kosten Gänsebraten und Geschenke
VON PHILIPP COENEN - zuletzt aktualisiert: 24.12.2007Mönchengladbach (RPO). Auf einen Christbaum, unter dem sich Geschenke türmen, wollen die Mönchengladbacher nicht verzichten. Obwohl vieles teurer geworden sei. „Wir werden deshalb etwa 20 Prozent weniger ausgeben“, sagt Familienvater Jürgen Stevens. Die Kinder, da sind sich alle einig, sollen aber nicht zu kurz kommen. Viele Erwachsene verzichten lieber untereinander auf Geschenke. Was unbedingt dazu gehört: ein Festessen für die Familie. Und daran wird nicht gespart.
Und mit dem Fest der Geschenke geht auch ein Fest des Einzelhandels einher. Denn in keinen anderen Wochen, als in den Adventswochen, können sich die Händler über so gute Umsätze freuen.
„Schließlich ist Weihnachten ja auch nur einmal im Jahr“, meint Monika Schmitz (50) aus Korschenbroich. Die gibt für ihre drei Kinder einiges aus. Auf manch Extravagantes wird dennoch verzichtet, „aber mit 1000 Euro bin ich bestimmt dabei“, rechnet sie hoch.
Gut, das es Sonderzahlungen am Ende des Jahres gibt. Laut des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts der Hans-Böckler-Stiftung, erhalten fast 70 Prozent der Arbeitnehmer eine Jahressonderzahlung. Am weitesten verbreitet ist dabei das klassische Weihnachtsgeld. Geld, das dem Einzelhandel zugute kommt. Das weiß auch Thomas Bensch, Filialleiter von Kaufhof Galeria. „Ab der letzten Novemberwoche machen wir unser Hauptgeschäft. Damit holen wir uns 20 Prozent unseres Jahresumsatzes.“
Dass gerade zu dieser Zeit die Läden alles tun, um Kunden zu locken, ist auch Siegfried (69) und Marie-Therese Pustelny (63) aufgefallen. „Der Wettbewerb der Firmen ist super. Wer sich gut informiert und die Werbeprospekte studiert, der findet auch ein Schnäppchen,“ meinen die beiden. So kommen sie auch mit ihrem Budget von 500 Euro gut zu Rande. „Da sind Geschenke für zwei Kinder, vier Enkelkinder und uns selbst drin“, versichern sie.
Teuer muss es aber nicht immer sein, meinen auch die Karstats. Fred (60) und seine Frau Ulrike (59) geben nur 150 Euro für Geschenke aus. „Das muss auch reichen. Uns geht es mehr um das Zusammensein, ums Feiern. Da freut man sich auch über kleine Geschenke“, sagt Ulrike Karstat.
Die junge Mutter Romina Jansen denkt das auch. Für den kleinen Sohn gebe es natürlich etwas Besonderes. Untereinander schenkt man sich aber mittlerweile selten etwas, erklärt die 23-Jährige. Dieses Jahr wird’s aber auch etwas für sie und ihren Mann geben. „Wir schenken uns ein Navigationssystem. Das brauchen wir dringend, und davon hat auch die ganze Familie etwas.“
Nützliches zu kaufen, liegt im Trend. Die Gladbacher schwören darauf, Dinge zu verschenken, die für alle von Wert sind. Oder kleine Präsente, „denn da macht es auch mehr Spaß, beim Auspacken zuzugucken“, sagt der zweifache Vater Jürgen Stevens (45). Für ihn steht fest: Auch an Weihnachten ist Sparen angesagt.
Doch nichts zu verschenken, das käme für niemanden in Frage – denn schließlich ist trotz aller Kosten Weihnachten noch immer Weihnachten.
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