Mönchengladbach: Das neue Mönchengladbach
VON DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 14.09.2007Mönchengladbach (RPO). Wie viele Stadtbezirke wird die Stadt bei der Kommunalwahl 2009 haben? Sieben, fünf, drei oder doch weiterhin zehn? Jetzt liegen erste Vorschläge einer Arbeitsgruppe vor. Sie ist für ein Fünfer-Modell. Dies spart Geld und sorgt für kürzere Entscheidungswege.
Bei Null musste Chefstatistiker Herbert Bongert (52) mit seinem Planungsteam nicht anfangen: Die vierköpfige Projektgruppe der Stadtverwaltung, die insgesamt sieben Modelle erarbeitete, wie Gladbach seine Bezirksgrenzen noch vor der Kommunalwahl 2009 neu ordnen kann, zehrt von früheren Erfahrungen. Bereits von 1999 bis 2001 lautete der Auftrag ähnlich: Wie kann Mönchengladbach seine zehn Stadtbezirke so verkleinern, dass am Ende sinnvolle Gebilde entstehen? Damals war das Vorhaben nicht erfolgreich: Es blieb bei zehn Stadtbezirken. Inzwischen ist die Bereitschaft größer, neu zu denken und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Doch auch jetzt kennt niemand den Königsweg: Kommt die Stadt mit drei Bezirken aus? Oder müssen es gar sieben sein? Oder ist die Halbierung auf fünf der Weg zum Glück?
Herbert Bongert macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Der 52-Jährige für die Fünfer-Lösung. Und davon gibt’s in seiner Modell-Liste, die er jüngst dem Rat vorlegte, gleich drei Versionen. Sein Favorit darunter: Das Modell 5.3 – in der nebenstehenden Grafik „Die Innere Stadt“ genannt. Auch Oberbürgermeister Norbert Bude mag den Fünfer-Vorschlag: „Es kann eines der drei von uns vorgestellten Modelle oder aber ein ganz neues Modell sein.“
Was spricht für eine Neuordnung? Zum Beispiel, dass sich die Siedlungsstruktur ebenso geändert hat wie die Ziele der Stadtentwicklung und die Einwohnerzahlen in den Bezirken, die per Kunstgriff ausgewogener gestaltet werden sollen. Und über all diesen Gründen stehen in der klammen Stadt Mönchengladbach die finanziellen: Verwaltungsabläufe könnten verkürzt und gestrafft werden – und das spart Geld.
Wer erlebt hat, wie hochbezahlte städtische Mitarbeiter in vielen Sitzungen über Stunden saßen, um dann langatmige Vorträge zu halten, hat erfahren, dass hier erhebliche Einspareffekte sind. Weitere ergeben sich, wenn die Zahl der Mandatsträger kleiner werden sollte: Pro Politiker und Jahr geht die Stadtverwaltung von rund 3000 Euro Kosten aus.
Ob überhaupt und wie schnell das Verfahren in Gang gesetzt werden kann, hängt davon ab, wie sehr die Fraktionen auf die Verringerung der Stadtbezirke drängen. Die CDU beschäftigt sich mit dem Thema bei einem Kreis-Parteitag am 6. November: Dann wird den Mitgliedern vermutlich ein Vorschlag des Parteivorstands vorgelegt.
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