Mönchengladbach: Das Semester hat begonnen
VON SVEN DURGUNLAR - zuletzt aktualisiert: 22.09.2009Mönchengladbach (RPO). 2200 neue Studenten haben am Montag ihr Studium an der Hochschule Niederrhein angefangen – neun Prozent weniger als noch 2008. Zum Start gab es gute Ratschläge von OB Norbert Bude und Rektor Hermann Ostendorf. Letzterer erhielt vom Asta eine wenig schmeichelhafte Auszeichnung.
Manchmal fragt man am besten gar nicht erst. "Machen Sie sich selbst ein Bild, was die Stadt alles zu bieten hat. Aber fragen Sie nicht ihre Einwohner – der Gladbacher verkennt die Vorzüge seiner Stadt", gab Oberbürgermeister Norbert Bude gestern den neuen Studenten auf den Weg. Es war einer von vielen Ratschlägen, die die neuen Studenten an ihrem ersten Tag an der Hochschule erhielten. Im vollbesetzten Hörsaal begrüßten Norbert Bude und Hochschul-Rektor Hermann Ostendorf die neuen Studenten. Beide betonten das gute Verhältnis zwischen Stadt und Hochschule – und die große Beliebtheit des Studienangebots. "Mit einer Auslastung von 140 Prozent sind wir die beliebteste Hochschule in NRW", sagte Ostendorf.
2200 Studenten beginnen nun zum Wintersemester an der Hochschule Niederrhein ihr Studium. Trotz der hohen Auslastung sind das 200 weniger als noch im Vorjahr. Grund sind Doppelbewerbungen vieler Studenten an mehreren Hochschulen und der neu eingeführte Numerus Clausus im Fachbereich Maschinenbau.
Im Kampf mit Kleve die Nase vorn
Im Wettkampf um viele "Kluge Köpfe", mit der neu gegründeten Fachhochschule in Kleve habe Mönchengladbach die Nase vorn, sagte Hochschul-Sprecher Rudolf Haupt im Gespräch mit unserer Zeitung. Schließlich gebe es keine Fächer, die beide Hochschulen parallel anbieten würden. Nicht zuletzt darum dürfte der Wert des Willkommens-Geschenks für die Studienort-Wahl kaum eine Rolle entschieden haben. Immerhin gab es für alle neuen Studenten in Kleve heute ein Fahrrad und einen Laptop – in Mönchengladbach einen USB-Stick.
Nach dem Aufruhr um zurückgehaltene Studiengebühren versicherte OStendorf, dass nun tatsächlich die Studiengebühren sofort "zu einhundert Prozent" in die Verbesserung der Lehre fließen. 6.5 Millionen Euro hatte die Hochschule anstelle zu investieren zurückgelegt, um langfristig neue Professorenstellen zu schaffen. Nach Intervention von NRW-Innovationsministers Andreas Pinkwart ist das Geld nun für sofortige Ausgaben bestimmt. Im Fachbereich Sozialwesen wird ein für 125 000 Euro Lernlabor eingerichtet, im Fachbereich Textiltechnik ein Ringspinntester für 100 000 Euro angeschafft. Zudem werden 190 000 Euro in die Erneuerung der Seminarräume investiert.
Der Allgemeine Studierendenausschuss Asta lobte die Investitionen, protestierte jedoch erneut gegen die Gebühren fürs Studium. "Jetzt wurden die Gelder, die drei Jahre lang zurückgehalten worden waren, in 14 Tagen verplant", sagte Asta-Sprecher Bastian Feldkeller. Als Zeichen des Protestes überreichte der Asta-Sprecher Rektor Hermann Ostendorf die "Goldene Gurke". Dieser nahm die zweifelhafte Auszeichnung mit Humor – als Preisträger habe er ein "tolles Gefühl".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum






