Mönchengladbach: Das war das TV-Duell
VON SVEN DURGUNLAR UND DIETER WEBER - zuletzt aktualisiert: 28.08.2009 - 16:55Mönchengladbach (RPO). Es war das erste Mal in der Geschichte Mönchengladbachs, dass die beiden aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt des Oberbürgermeisters in einem Fernseh-Duell gegeneinander angetreten sind. Ausgestrahlt wurde es im Lokalsender Cityvision, moderiert von RP-Redaktionsleiter Ralf Jüngermann. Norbert Bude (SPD) und Norbert Post (CDU) begegneten einander respektvoll. Beide punkteten – jeder auf seine Weise.
Die Stadt braucht Hilfe von außen, wenn sie vom Schuldenberg von 1,2 Milliarden Euro runterkommen will. Da waren sich Norbert Bude (SPD) und Norbert Post (CDU) einig. Bei anderen Themen waren sie konträrer Ansicht: Bude will die sechste Gesamtschule, Post sieht dies kritisch. Bude meint, als Oberbürgermeister Entscheidungen der Politik gut umgesetzt zu haben, Post bemängelt das langsame Arbeiten etwa beim Familienbericht.
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Wenige Tage vor der Kommunalwahl am 30. August stellten sich die Oberbürgermeister-Kandidaten Bude und Post vor den Augen der Fernsehzuschauer den Fragen von RP-Redaktionsleiter Ralf Jüngermann.
In einer sachlichen Diskussion stellten die beiden Kontrahenten ihre politischen Konzepte dar. Die Zusammenarbeit zwischen Bude (SPD) und dem schwarz-gelben Stadtrat bewertete der OB als nicht zufriedenstellend. "Ich hätte gerne mehr Reformen angestoßen, aber der Rat ist mir nicht gefolgt", kritisierte er. Herausforderer Post konterte: "Es ist die Aufgabe des Oberbürgermeisters, Ratsvorlagen so vorzubereiten, dass sie mehrheitsfähig sind."
In der rund einstündigen Diskussion zog der amtierende Oberbürgermeister Bude eine Bilanz seiner Amtszeit. So sei die Hindenburgstraße aufgewertet und der Nordpark erfolgreich neu gestaltet worden. Aufgrund der angespannten Finanzlage der Stadt müssten alle künftigen Ausgaben auf den Prüfstand, sagte Bude: "Der Bau der Totenhalle in Holt war nicht notwendig." Gegenkandidat Post will im Falle eines Wahlsieges bei städtischen Ausgaben den Rotstift ansetzen. "Wir müssen alle Investitionen überdenken, außer wenn es um die Zukunft geht: Bei Schulen, Kindern und Familien."
Gegensätzliche Positionen vertraten beide Kandidaten beim Thema Gesamtschule: Während sich Bude für eine sechste Schule stark machte, forderte Post angesichts sinkender Schülerzahlen: "Wer eine weitere Gesamtschule fordert, muss sagen, welches Gymnasium er dafür schließen will."
Bude und Post verzichteten auf persönliche Angriffe. Umso mehr ging es um die Sache. Etwa bei Arbeitsplätzen. Um für mehr Beschäftigung zu sorgen, will Post den Transfer von Hochschulwissen zu kleinen Unternehmen besser fördern: "Das Wissen ist in der Stadt, wir müssen es nur nutzen." Langzeitarbeitslose sollen über ein Quartiersmanagement zu Jobs kommen: Weil es mehr Singles und mehr Senioren gebe, würden mehr Dienstleistungen nachgefragt. Bude will Logistik als Gladbacher Leitbranche stärken: Dieser Bereich biete Chancen für Arbeitslose mit geringerer Qualifikation.
Einig waren sie sich im TV-Duell, dass es einen Workshop über die Zukunft des JHQ geben muss, das nach dem Abzug der Briten 2014 leer ist. Bude will zum Beispiel die Sportanlagen nutzen, Post kann sich eine Industriefläche und eine Renaturierung vorstellen.
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