Mönchengladbach: Das war der Januar in Mönchengladbach
VON THOMAS MEINDERS - zuletzt aktualisiert: 03.02.2010 - 12:32Der Start ins Jahr 2010 bot in Mönchengladbach viel Diskussionsstoff. Der Zoff um Container-Bestellungen, ein Missbrauchskandal im Fußballverein, Karneval und natürlich viel Eis und Schnee. Wir fassen die wichtigsten Ereignisse noch einmal für Sie zusammen.
Es ist ein besonders langer und kalter Winter. Zu spüren bekommen das alle. Viele freuen sich über die in den vergangenen Jahren selten gewordene weiße Pracht. Doch bei eisigen Straßen hört die Freude auf.
Zu wenig gestreut, die falschen Straßen geräumt, zu wenig Salz bestellt. Die GEM stand im Mittelpunkt der Kritik. Lieferengpässe beim Lieferanten führten dazu, dass der Salzvorrat immer weiter zurückging. Die Stadt rief den Notfallräumplan aus - es wurden nur noch etwas mehr als 50 Straßenzüge gestreut. Die Beschwerden der Bürger nahmen zu. Neue Salzlieferungen waren auch am Ende des Monats noch nicht abzusehen.
Doch auch abseits der Straßenverhältnisse gab es einige Aufreger. Gleich zu Beginn des Jahres leitete die Bezirksregierung ein Disziplinarverfahren gegen den Leiter der Hauptschule Kirchhecke, Jack Onkelbach, und seinen Stellvertreter ein. Die Lehrer hatten aus Ärger über fehlende Lehrer und Pannen des Ministeriums per satirischer Annonce in der Rheinischen Post eine neue Ministerin gesucht.
Mitte des Monats gab Schlafhorst/Oerlikon seinen endgültigen Abzug aus Mönchengladbach bekannt. Spätestens Ende 2011 will das traditionsreiche Textilunternehmen die letzten Arbeitsplätze am Standort aufgeben. Momentan sind noch 500 Menschen bei Schlafhorst beschäftigt.
Das Schicksal des krebskranken Jamie Inglis rührte zahlreiche Menschen. Der Vierjährige leidet an einer seltenen Krebsform. Für die Behandlung müssen die Eltern innerhalb von sechs Wochen 120 000 Pfund sammeln. Nach dem Spendenaufruf in der Rheinischen Post kamen innerhalb nur weniger Tage bis Monatsende schon über 30 000 Euro zusammen.
Das Mönchengladbacher Landgericht kippte eine Klausel in Leasingverträgen für Autos. Obwohl das Urteil noch nicht rechtskräftig ist, könnte es Folgen in Millionenhöhe haben. Denn die Nachzahlungspflicht für Leasingnehmer würde entfallen. Das Landgericht urteilte, die Kunden müssten ausdrücklich auf die Gefahr hingewiesen werden, dass der kalkulierte Rücknahmewert unrealistisch ist.
Großes Aufsehen erregte auch der Zoff um einen Büro-Container. Zwei Mitarbeiter der Stadtverwaltung lagen über längere Zeit im Streit. Der Versuch, die beiden innerhalb des Gebäudes im Bunten Garten auseinanderzusetzen misslang. Ein ein Kilometer langer Fußweg wurde als zu weit erachtet. So wurde ein Büro-Container für eine Mitarbeiterin bestellt - für über 50 000 Euro. Nachdem der Fall aufgedeckt wurde, machte die Stadt einen Rückzieher. Der Container kommt nicht, die Mitarbeiterin muss den Fußweg auf sich nehmen.
Ein möglicher Missbrauchsfall hält den Mönchengladbacher Fußball in Atem. Ein Jugendtrainer soll Kinder sexuell missbraucht haben. Die Polizei ermittelte, doch der Verdächtige nahm sich das Leben. Deswegen brach die Polizei ihre Untersuchungen ab.
Doch es gab auch lustige und schöne Szenen im Januar. Vor allen Dingen das Karnevalsschunkeln steigerte sich von Woche zu Woche. Auf der Borussia-Sitzung gaben die Bläck Fööss Gas und bei der Hausfrauensitzung in Holt feierte das weibliche Geschlecht die männerfreie Zone.
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