Mönchengladbach: Das wird aus dem alten Freibad
VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 09.07.2008Mönchengladbach (RPO). In Giesenkirchen sollen drei Sportplätze wegfallen, dafür würden gebaut: zwei Kunstrasen-Plätze, eine Finnenlaufbahn und Wohnhäuser. Wir zeigen, was wohin soll und beantworten die wichtigsten Fragen.
Finanzierung
Grundstücksverkauf 3,7 Millionen Euro soll die Kreisbau für die jetzigen Sportplätze zahlen, auf denen dann Häuser gebaut werden.
Neubau Für rund 2,75 Millionen Euro soll die Kreisbau die neue Sport- und Freizeitanlage auf dem jetzigen Freibad-Areal bauen.
Der Rest von rund einer Million Euro fließt nach dem Plan an die Stadtkasse.
Braucht Giesenkirchen neue Sportplätze?
Der Sportentwicklungsplan, der die gesamte Infrastruktur einer Anlage beurteilt, sagt nein. Allerdings haben externe Gutachter die Plätze selbst als sanierungsbedürftig eingestuft. Sowohl am Asternweg als auch am Puffkohlen müssten demnach sechsstellige Summen investiert werden. Auch aus den Sportvereinen, die die Anlagen nutzen, kommen vor allem im Herbst und Winter Klagen über den Zustand der Plätze.
Was gäbe es nach den Plänen der CDU nicht mehr?
Statt bisher drei Plätzen gäbe es dann nur noch zwei. Frank Boss, Vorsitzender des Sportausschusses und Bezirksvorsteher von Giesenkirchen, hat einen Nutzungsplan erarbeiten lassen. Danach reicht die Kapazität. Man könnte sogar die Fußballer der SV Schelsen, die bislang im Winter nach Rheydt ausweichen müssen, auf der Anlage trainieren lassen. Wegfallen würde die Leichtathletikbahn, die es bislang am Puffkohlen gibt.
Was gäbe es stattdessen?
Eine 100 Meter lange Tartanbahn am Rand einer der Kunstrasen-Plätze. Und eine etwa 380 Meter lange Finnenbahn, eine Art Joggingstrecke auf Waldboden.
Reicht das den Leichtathleten?
Bei den Giesenkirchener Vereinen spielt die Leichtathletik keine Rolle mehr. Für den Schulsport würden die Voraussetzungen reichen. Bundesjugendspiele ließen sich so abhalten.
Was sagen die, die dort Sport treiben sollen?
Die Sportvereine und der Stadtsportbund hoffen auf die Umsetzung der Pläne. Auch die Schulleiter der umliegenden Schulen haben offenbar keine Bedenken.
Und wie finden die Anwohner das Konzept?
Manche sorgen sich um zusätzlichen Verkehr. Frank Boss hingegen ist sicher, dass deutlich weniger Autos fahren werden als zu Spitzenzeiten des Freibads. Dafür kommen die Besucher der neuen Freizeitanlage ganzjährig. Andere sorgen sich um die Optik der neuen Häuser, die ihnen den Blick ins Freie verstellt. In Bürgerversammlungen will die CDU nach den Sommerferien ihr Konzept erläutern.
Verträgt Giesenkirchen bis zu 450 neue Anwohner?
An den Stellen, wo neue Häuser entstehen, gibt es bereits Straßen, Kindergärten, Schulen und Einkaufsmöglichkeiten. Dass die bestehende Infrastruktur überlastet wird, ist unwahrscheinlich. Ob der Markt so viele neue Häuser für Familien braucht, ist schwer zu prognostizieren. Am Windberger Bergerfeld, wo ebenfalls eine Bezirkssportanlage zu Baugrund wurde, verkaufen sich die Grundstücke hervorragend.
Ist der Preis, für den die Grundstücke an die Kreisbau verkauft werden sollen, zu niedrig?
Kritiker sagen ja und verweisen auf die Bodenrichtwert-Karte. Dort sind allerdings die Preise für baufertiges Land ausgewiesen. Die Preise seien absolut korrekt gerechnet, versichert Frank Boss.
Was schlagen die Kritiker des Projekts vor?
Sie wollen die Bezirkssportanlage Puffkohlen erhalten. Aus dem Freibad würden sie lieber einen Grüngürtel machen. Frank Boss hält das für wenig sinnvoll. Giesenkirchen sei schon jetzt von einem Grüngürtel eingerahmt.
Wie geht es weiter?
Die Bezirksvertretung Giesenkirchen berät am 28. August über das Konzept. Der Rat entscheidet am 24. September. Da CDU und FDP von der Idee überzeugt sind, deutet alles auf eine Umsetzung des Konzeptes hin.
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