Mönchengladbach: Daten-Chaos beim Arbeitsamt
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 12.02.2009Mönchengladbach (RPO). Alexander Schiffer bekam vom Arbeitsamt Unterlagen eines anderen Arbeitslosen zugeschickt. Als er sie dem rechtmäßigen Besitzer zurückgeben wollte, erfuhr er, dass auch bei diesem ein Fehlläufer angekommen war.
Alexander Schiffer ist seit einem halben Jahr arbeitslos. Der 40-Jährige Mönchengladbacher war zuletzt in Köln als Werkschutz-Fachkraft bei der Deutschen Bahn angestellt. Bis er auf Anraten seines Arztes aus dem Dienst ausschied. Mit dem Gladbacher Arbeitsamt hat er seitdem viele Erfahrungen gemacht – nicht immer die besten. Jetzt bekam er Post vom Amt. In dem braunen Umschlag fand Schiffer zahlreiche Unterlagen, allerdings nicht seine. "Das Anschreiben ist an mich gerichtet, aber alles andere bezieht sich augenscheinlich auf die Erstattung von Bewerbungskosten eines mir völlig unbekannten Mannes", sagt Alexander Schiffer.
Zeugnisse und Ausweise
Er hielt die kompletten Unterlagen des Fremden in der Hand: Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Schulzeugnisse, Kopie des Personalausweises, Arbeitsgenehmigung, Bescheinigungen über erfolgreich bestandene Weiterbbildungsmaßnahmen und Zeugnisse von früheren Arbeitgebern. "Ich weiß überhaupt nicht, wie das passieren konnte", sagt Alexander Schiffer. "Unsere Namen klingen überhaupt nicht ähnlich, und unsere Adressen liegen weit auseinander." Alexander Schiffer wohnt in Rheydt, der Unbekannte in Hardterbroich. Und die zehnstelligen Kundennummern des Arbeitsamtes gleichen sich an keinem Punkt.
Agentur für Arbeit
Adresse Agentur für Arbeit Mönchengladbach, Lürriper Straße 78 bis 80 in 41065 Mönchengladbach
Kontakt Tel. 02161 404-0 und per E-Mail Moenchengladbach@arbeitsagentur. de
Öffnungszeiten Montag 8 bis 15.30 Uhr, Dienstag 8 bis 15.30 Uhr, Mittwoch 8 bis 13 Uhr, Donnerstag 8 bis 18 Uhr und am Freitag 8 bis 13 Uhr
Johannes Schmitz ist ehrlich schockiert: "Da ist bei uns im Haus etwas völlig falsch gelaufen:" Der Chef der Gladbacher Agentur für Arbeit ist sofort bereit, sich für den Fehler zu entschuldigen. "Ich werde den Vorgang natürlich überprüfen, aber schönreden können wir die Sache ganz sicher nicht."
Alexander Schiffer hat sich, nachdem er den Irrläufer erhielt, an das Arbeitsamt gewandt. Was er da erlebte, kann er immer noch nicht fassen. "Ein Angestellter hat mich ausgesprochen patzig und sehr unhöflich angeblafft, ich solle die Unterlagen gefälligst sofort zurück schicken", schildert er das Telefonat. "Als wenn ich die Sache selbst verschuldet hätte." Unverdrossen versuchte Schiffer es noch einmal und verlangte diesmal den Vorgesetzten. Irgendwie klappte es aber nicht mit der Verbindung. Nach mehrmaligen Versuchen gab Alexander Schiffer auf. "Irgendwann ist auch meine Geduld zu Ende."
Weil er die fälschlich zugesandten Unterlagen gern an den rechtmäßigen Besitzer zurückgeben wollte, rief er ihn gestern an. Und da erfuhr er, dass dieser auch Post vom Arbeitsamt bekommen hatte – mit den Unterlagen einer ihm wiederum völlig unbekannten Frau. "Das sind jetzt schon zwei Fälle, wo etwas schief gelaufen ist, und beide haben ihren Ursprung in der gleichen Abteilung des Amtes", sagt Schiffer. "Wer weiß, bei wie vielen Kunden der Arbeitsagentur Ähnliches passiert ist."
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