Mönchengladbach: Dauerärger an der Talstraße
VON INGE SCHNETTLER - zuletzt aktualisiert: 27.08.2009Mönchengladbach (RPO). Die Buckelpiste strapaziert seit einem Jahr die Nerven der Anwohner. Seit zwei Monaten haben sie niemanden mehr auf der Baustelle gesehen. Und trotz der neuen Kanalrohre liefen beim letzten Starkregen die Keller wieder voll.
Seit zwei Monaten ruht die Baustelle. Hinter weiß-roten Absperrungen türmen sich Holzpaletten, Reste von Plastikrohren, Müll. Kanaldeckel ragen aus der gefrästen Fahrbahndecke heraus, selbst ein harmloser Regenschauer führt zu Überschwemmungen. "Letzte Woche ist ein Junge mit seinem Fahrrad an einem der Kanaldeckel hängengeblieben und böse gestürzt", sagt Herbert Rommerskirchen. Er wohnt an der Talstraße in Odenkirchen und hat die Nase gestrichen voll. "Vor einem Jahr hat die NVV unsere Straße aufgerissen und neue Rohre verlegt", sagt er. "Dann wurde eine Zeitlang an den Bürgersteigen gearbeitet, seitdem lässt sich hier niemand mehr blicken." Hartnäckiges Nachfragen bei der Stadt brachte keinen Erfolg. "Ich glaube, man hat uns vergessen."
1,15 Millionen Euro
Bürgerversammlung Am 2. September 2008 wurden die Anlieger über den Umfang und die Art der Baumaßnahmen auf der Talstraße zwischen Schleestraße und Stoltenhoffstraße informiert.
Bauzeit Bis Mai 2009, so hieß es damals, sollte die Straße komplett fertiggestellt sein.
Kosten NVV und Stadt rechneten mit einer Bausumme von 1,15 Millionen Euro.
Nach jedem Starkregen Keller voll
Das fänden Rommerskirchen und seine Nachbarn besonders gemein. Nach jedem Starkregen sind ihre Keller überflutet, immer wieder haben sie Schlamm und Wasser abgepumpt und renoviert. Deshalb war auch Jörg Greven, dessen Haus an der Ecke Talstraße / Ziegelweg steht, froh, als die neuen Rohre verlegt wurden. Aber die Ernüchterung kam schnell. "Nach dem starken Regen Ende Juli stand mein Keller schon wieder unter Wasser – trotz des neuen Kanals." Er vermutet, dass auch die neuen Rohre die Wassermassen, die von Sasserath und vom Eierberg in die Talstraße strömen, nicht fassen können. Einen Nachbarn traf es ähnlich hart. Er hatte zwar kein Wasser im Keller, dafür aber einen Bagger vor der Garage. "Er konnte das ganze Wochenende nicht mit seinem Auto raus", sagt Greven.
Bernd Kröber aus dem benachbarten Ziegelgrund wird nicht müde, bei der Stadt nachzufragen. "Man hat mir schon vor Wochen erklärt, dass der Asphalt nur samstags und nur bei beständig schönem Wetter aufgetragen werden kann, weil zwei Buslinien umgeleitet werden müssen. An einem Wochentag würde es zu riesigen Behinderungen kommen", berichtet er. Es war trocken, es verging ein Samstag nach dem anderen, nicht geschah. Kröber fragte wieder nach. "Dann kam auf einmal die verblüffende Auskunft, samstags könne die Straße nicht asphaltiert werden, weil für die kleine Menge Teer kein Werk am Wochenende aktiviert werden könne." Kröber hält den Vorgang inzwischen für eine Posse – "wenn es nicht so traurig wäre."
Tatsächlich scheint beim zuständigen Amt Konfusion zu herrschen. Auf Nachfrage der RP heißt es zunächst: Die Straße ist doch schon längst fertig. Fünf Minuten später die Korrektur: Die Straße wird in der kommenden Woche geteert – und zwar am Samstag.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum





