Mönchengladbach: De Fööss – Tränen und Schweiß
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 15.05.2008Mönchengladbach (RPO). Eine Nacht für die Geschichtsbücher: Die Bläck Fööss lösten 25 Jahre nach ihrem ersten Auftritt in Korschenbroich einen Stimmungs-Orkan zum Abschluss von Unges Pengste aus. König Albani: „Das ist nie mehr zu toppen“
Die Bläck Fööss haben sich in allen Stimmungshochburgen in Köln ein Ehrenmal verdient. In Korschenbroich brauchen sie jetzt auch eines. Die Kölner Mundartbarden trugen sich Dienstagnacht mit einem zweistündigen Konzert zum Abschluss des Korschenbroicher Heimatfestes quasi in die Geschichtsbücher der Stadt ein. „Man wird noch Jahre von diesem Abend erzählen“, war Ralf Heinrichs überzeugt. Der hatte gemeinsam mit Bezirksbundesmeister Horst Thoren die Fööss vor 25 Jahren an einem Stehklo in der Kölner Kneipe „Die Säge“ zu ihrem ersten Auftritt in Korschenbroich überredet. Geschätzte 3000 Auftritte später, zum 300-Jährigen der St. Katharina-Junggesellen-Bruderschaft, kamen sie erneut nach Korschenbroich. Mit allem, was sie taten und sangen, mit jeder Geste – sie erzeugten eine Stimmung, von der Junggesellen-König Andreas Albani schwärmte: „Das ist nie mehr zu toppen.“
Altmeister der Stimmung
Egal ob Sirtaki, Lambada oder Schunkellieder – die Altmeister der Stimmung haben es auch nach knapp 40 Jahren Bandgeschichte noch immer drauf. Gitarrist Erry Stoklosa staunte vor dem Auftritt: „So ein riesiges Zelt habe ich in Köln noch nicht gesehen. Auch bei unserem ersten Mal in Korschenbroich vor 25 Jahren nicht.“ Und seinem Kollegen Günther „Bömmel“ Lückerath fuhr der erste Blick auf die Menge in die Glieder: „Ich bewundere diese Menschen, dass sie fünf Tage feiern können. Es wird schwer, diese Masse anzusprechen.“
Damit hatten die Fööss aber weniger Probleme. Direkt beim ersten Lied „Drink doch eene mit“ gingen die mehr als 2000 Zuschauer im Zelt richtig mit. Es folgte ein Kracher nach dem anderen. „300 Jahre – sind denn noch Gründungsmitglieder da?“ fragte Erry Stoklosa. Beim „Buuredanz“ und erst recht beim „Schötzefess“ (Peter Schütten kam in Uniform auf die Bühne) kochte das Zelt. Als Zugaben gab es „Bye Bye my love“, „In unserem Veedel“ und „Mir losse d’r Dom in Kölle“. 26 Lieder zum Schunkeln und tanzen, mit denen sich die Fööss ein Denkmal gesetzt haben. Die Kölner blickten in viele glückliche Gesichter, in denen sich auch manche Träne sammelte. „Nein, das ist Schweiß“, wehrte Junggesellen-König Albani ab, dessen zweijährige Regentschaft mit dem Konzert um Mitternacht zu Ende ging.
Kurz nach Konzertende saß Gitarrist Peter Schütten im Backstage-Bereich, in der Rechten ein Altbier. Ralf Heinrichs kam auf ihn zu und sagte nur: „Peter, die Säge!“ Der schaute glücklich und erwiderte: „Acht Gott, waren das noch Zeiten. Wenn ihr brav seid, dann kommen wir zum 325-jährigen wieder.“
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