Mönchengladbach: Dem Theater fehlen 800 000 Euro
VON DIETER HILLA, RALF JÜNGERMANN UND DIRK RICHERDT - zuletzt aktualisiert: 23.10.2008Mönchengladbach (RPO). Die laufende Spielzeit des Theaters hat mit einem großen Finanzloch zu kämpfen. 400 000 Euro mehr als im Haushaltsansatz geplant muss nach RP-Informationen allein die Stadt Mönchengladbach zuschießen, um die Kosten des Theaters zu decken. Da Krefeld und Mönchengladbach die Vereinigten Städtischen Bühnen zu gleichen Teilen finanzieren, dürften im Etat dieser Spielzeit rund 800 000 Euro fehlen. Die Mönchengladbacher CDU hält es nicht für richtig, diese Gelder zur Verfügung zu stellen. „Wir können dem in der kommenden Sitzung des Theaterkuratoriums nicht zustimmen“, sagte Fraktionsvorsitzender Rolf Besten.
Zahlen stören Intendantenwahl
Grund für die Mehrausgaben sind die Tariferhöhungen, die den Etat des Theaters zusätzlich belasten. Die laufenden Tarifverhandlungen mit den Orchestermusikern, die mit Streik drohen, könnten je nach Abschluss den Etat weiter belasten. Dieses Finanzloch wird zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt publik: Am 28. Oktober will das Theaterkuratorium den neuen Intendanten aussuchen.
Hans-Peter Kreuzberg, kulturpolitischer Sprecher der CDU Krefeld, erklärte, dass seine Fraktion mit den Parteikollegen der Nachbarstadt Gespräche führen wird. „Die Lage ist ernst. Früher konnte das Theater in solchen Situationen immer auf Haushaltsreste von Vorjahren zurückgreifen. Der Überschuss ist jetzt aufgebraucht“, sagte Kreuzberg. Eine Lösung sieht er noch nicht. Die Theaterleute hätten ihren finanziellen Rahmen überzogen, kritisiert Kreuzberg, der aber auch Fehler in den eigenen Reihen eingesteht: „Die Theaterleute haben uns schon früh auf dieses Problem hingewiesen. Wir waren also nicht ahnungslos.“
Erschwert werden laut Kreutzberg Lösungsmöglichkeiten auch dadurch, dass die Spielzeit 2009/10 bereits geplant sei und die Ausgaben für die Künstler fest stehen. „Wir sind auf der Suche nach einer Lösung, damit das Theater keinen Schaden nimmt“, erklärte Wolfgang Dreßen, Kuratoriumsmitglied der CDU in Mönchengladbach.
Die FDP Mönchengladbach zeigt sich „erschrocken“ von der Nachricht über das Defizit im Theater-Etat. Die Ratsfraktion werde Ausweitungen des Theaterbudgets im Haushalt 2009 nicht zustimmen, teilt Fraktionsvorsitzender Dr. Anno Jansen-Winkeln mit. Die FDP fordert den Oberbürgermeister auf, eine Gesellschafterversammlung einzuberufen.
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