Mönchengladbach: Demenz: Thema für Kinofilm
VON CHRISTIAN HENSEN - zuletzt aktualisiert: 01.07.2010Mönchengladbach (RPO). Mit einer Mischung aus Dokumentation und Unterhaltung soll der packende Themenfilm "Eines Tages . . ." über die Krankheit Demenz informieren. Der mit renommierten Schauspielern besetzte Film wird am Montag im Comet-Cine-Center gezeigt – und kann auch gekauft werden.
Irgendwann soll der Architekt Frieder (57) vor Kollegen und Vorstand Bauentwürfe präsentieren. Doch über seine Lippen gelangen nur wirre Sätze, sinnfrei und zusammenhangslos – zumindest für sein Umfeld. Das vermutet einen Burn-Out. Doch es stellt sich heraus: Frieder leidet an einer unheilbaren Demenz-Erkrankung.
Dies ist eine Szene aus dem Spielfilm "Eines Tages". Der mit bekannten Schauspielern wie Horst Janson und Annekathrin Bürger besetzte Film, der auf der Premiere in Essen Ende April das Publikum begeisterte, thematisiert ein ernstes Thema auf unterhaltsame Weise und verzichtet dabei auf kitschige Gefühlsduselei. "Der gut gemachte Film versteht es auf verständliche Weise, über die Krankheit zu informieren, gibt Sicherheit und hilft, vorhandene Ängste abzubauen", ist sich der Ärztliche Direktor der LVR-Klinik, Dr. Stephan Rinckens, sicher.
Filmvorführung
Film "Eines Tages . . ." ist ein Film aus der Reihe "Filmratgeber für Angehörige". Der Regisseur ist Ian Dilthey.
Darsteller Horst Janson, Annekathrin Bürger, Heinrich Schafmeister, Verena Zimmermann, Irene Fischer (und andere)
Vorführung Montag, 5. Juli, 17 Uhr, im Comet-Cine-Center an der Viersener Straße. Der Eintritt ist frei. Die Premiere des hochaktuellen Films war Ende April in Essen.
Seit vielen Jahren bietet die Klinik in Rheydt als Gerontopsychiatrisches Zentrum (GPZ) ein umfangreiches Behandlungs- und Beratungsangebot für Demenzkranke und ihre Angehörige an. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Veränderungen von den Angehörigen oft nicht wahrgenommen werden. Sie sind für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar und führen zu großen Spannungen in der Familie und im sozialen Umfeld", weiß Rinckens. So setzt der Film den Schwerpunkt auch auf diese Fragen: Wie erkennt man frühzeitig, dass jemand an Demenz erkrankt ist? Wie verändert die Krankheit das Verhalten der Betroffenen? Wie gehe ich als Angehöriger damit um?
Initiiert und gefördert wurde das Werk, an dem sich namhafte Schauspieler, Ärzte, Wissenschaftler und Therapeuten sowie Betroffene beteiligt haben, vom Landschaftsverband Rheinland (LVR).
In drei miteinander verwobenen Episoden erzählt der Film die Demenz-Erkrankung in ihren unterschiedlichen Phasen: In der ersten Episode reißt die Krankheit einen recht jungen Betroffenen (Heinrich Schafmeister) mitten aus dem Leben, isoliert ihn von Familie, Freunden und Kollegen.
Die zweite Episode widmet sich der fortgeschrittenen Demenz, wobei aus der Perspektive erwachsener Kinder (Irene Fischer, Herbert Schäfer) erzählt wird, wie sie ihre Mutter (Verena Zimmermann) betreuen. "Der Film zeigt, wie überfordert und alleine Angehörige sich fühlen", erläutert Jochen Möller, der Pflegedirektor der LVR-Klinik.
Die dritte Episode wird erzählt aus der Sicht einer Ehefrau (Annekathrin Bürger), die zwar gänzlich hinter ihrem Mann steht, jedoch erkennen muss, dass sie ihr eigenes Leben vernachlässigt hat: "Viele Angehörige vergessen sich selbst. Das raubt Energie, die sie für die Unterstützung der Betroffenen dringend benötigen", weiß Rinckens. "Dieser Film ist eines der lehrreichsten auf diesem Gebiet", verspricht Möller.
Das 90-minütige Werk wird am kommenden Montag, 5. Juli, um 17 Uhr im Comet-Cine Center an der Viersener Straße gezeigt. Dort kann er im Anschluss an die Vorführung als Teil einer DVD-Box mit zwölf weiteren Themenfilmen (360 Minuten) und Bonus-Material auch käuflich erworben werden.
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