Mönchengladbach: Demo: Klares Nein zur L19
VON PHILIPP COENEN - zuletzt aktualisiert: 08.05.2009Mönchengladbach (RPO). Prostest vorm Giesenkirchener Rathaus: Die Bürgerinitiative "Nein zur L19" ging mit einer Demonstration gegen den geplanten Bau der Trasse L19 vor. Noch sei aber zur Umsetzung nichts entschieden, sagen die Planer.
Düstere Stimmung am Donnerstag vorm Giesenkirchener Rathaus. "Wir wollen keine Landstraße, die uns mit Lärm und Schadstoffen belästigt", protestierten laut Polizei etwa 250 Menschen. Gehüllt in T-Shirts und bewaffnet mit Bannern, brachten sie zum Ausdruck, was ihnen schon seit langer Zeit stinkt: nämlich der von der Landesregierung in Auftrag gegebene Bau der L19.
Diese soll die Anschlussstelle Odenkirchen auf der A44 mit der L31 bei Neersbroich verbinden. Vier Trassenverläufe werden indes in einer Umweltverträglichkeitsprüfung und einem Verkehrsgutachten auf Herz und Nieren geprüft. Ende des Jahres könnten erste Ergebnisse vorliegen.
Gerade deshalb fordert Wilhelm Höfener, Abteilungsleiter Planung beim zuständigen Landesbetrieb Straßenbau, die Menschen auf, Ruhe zu bewahren. Noch sei nichts entschieden, sagt er. "Und sie brauchen sich auch nicht verrückt zu machen, denn die Trasse wird mindestens 400 Meter von Odenkirchen entfernt verlaufen, also wird auch niemand gestört", versichert er.
Bürgerinitiative
Gründung Februar 2006
Sprecher Frederick Skupin, Uwe Türschmann
Forderungen Keine Lärmbelästigung, Erhalt der Naherholung und der Natur, Rücksicht auf Landwirte, Bewahrung von Denkmälern
Aktionen Unter anderem Demonstration in einer Sondersitzung des Regionalrats in Düsseldorf 2006, Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf
Infos im Internet unter www.nein-l19.de
Das sehen die Bürgerinitiative "Nein zur L19" und ihr Sprecher Frederick Skupin anders: "Das hören wir zum ersten Mal. Und wir differenzieren nicht, ob sie 50 oder 100 Meter entfernt von unseren Häusern und Naturschutzgebieten verläuft. Die Trasse ist der absolute Wahnsinn."
Das findet auch Christa Graf (60), die im Dohrer Busch lebt. Zur Demo hat sie sogar ihren Hund Jack mitgebracht, mit dem sie gerne in den benachbarten Grünstreifen spazieren geht. "Ich habe Angst davor, dass ich das bald nicht mehr kann", sagt sie.
Große Sorge haben die Menschen, dass die Strecke der ehemals geplanten A44, deren Bau in den 80er Jahren wegen zu hoher Belastung der Umwelt aufgegeben wurde, fortgeführt wird. Dann würde die neue Landstraße von der Ritterstraße am Schloss Rheydt vorbei an Tackhütte, durch die Kamphausener Höhen bis nach Sasserath führen. "Das wäre schlimm für die Natur", meint auch Tanja Thimm (32), Anwohnerin der Kamphausener Höhe. Denn zu dem Gebiet zählen das Renaturierungsgebiet an den Niersauen, der Dohrer Busch und das Naturdenkmal Galgenberg.
Wilhelm Höfener hält dagegen, dass solche Faktoren von den Prüfern berücksichtigt werden: "Wir werden nicht etwas konstruieren, das unsinnig erscheint." Deshalb wägt die Umweltverträglichkeitsprüfung Faktoren, wie Pflanzenbestände, Lebensräume von Tieren, landwirtschaftliche Betriebe und Wohnsiedlungen, ab.
Das Verkehrsgutachten gibt Einblicke über die Ent- und Belastung durch den Bau der Landstraße für das städtische Straßennetz. Das Planfeststellungsverfahren mit Bürgerbeteiligung wird nicht vor 2014 abgeschlossen sein, ist sich Höfener sicher. Mit Baubeginn ist erst 2015 zu rechnen.
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