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Mönchengladbach: Denkzettel für die CDU

VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 08.06.2009

Mönchengladbach (RPO). Enttäuschung für beide Volksparteien: Die CDU verliert fast 11 Prozent, die SPD profitiert davon kaum. Wahlsieger ist die FDP mit 16,4 Prozent. Die Wahlbeteiligung ist besser als vor fünf Jahren. Die Extremisten spielen keine Rolle.

CDU-Fraktionsgeschäftsführer Hans-Wilhelm Reiners, Ratsherr Reiner Brandts und Dezernent Peter Holzenleuchter (CDU) verfolgen im Rathaus Rheydt die Stimmenverluste ihrer Partei.   Foto: RPO
CDU-Fraktionsgeschäftsführer Hans-Wilhelm Reiners, Ratsherr Reiner Brandts und Dezernent Peter Holzenleuchter (CDU) verfolgen im Rathaus Rheydt die Stimmenverluste ihrer Partei. Foto: RPO

Um 19.45 Uhr, als der letzte der 213 Stimmbezirke ausgezählt war, gab es deutlich mehr enttäuschte als fröhliche Gesichter im Rathaus Rheydt. Zu den erkennbar Unzufriedenen gehörte Norbert Post, Kreisparteivorsitzender der CDU, der nichts vom Schönreden hält. "Das ist ein Stück weit ein Denkzettel für uns. Wir haben verstanden", sagte Post.

Tatsächlich verlor die CDU in Mönchengladbach fast doppelt so viel wie im Bund. Da sie von weit oben fiel, landete die CDU gleichwohl in komfortablen Regionen: Mit 39,1 Prozent erzielte die CDU in Mönchengladbach immer noch ein Prozent mehr als im Schnitt des Bundesgebietes. Und vor allem: Trotz aller Verschiebungen steht der bürgerliche Block. Gemeinsam mit der FDP kommt die CDU auf satte 55,5 Prozent.

Es gingen mehr Menschen wählen

"Mich freut es sehr, dass wir bei der Wahlbeteiligung nicht noch weiter zurückgefallen sind", sagte Oberbürgermeister Norbert Bude. Tatsächlich lag die Beteiligung um 2,4 Prozentpunkte höher als bei der letzten Europawahl. Noch immer ist sie aber mit 35,6 Prozent markant schlechter als im Bund.

Dass unter niedriger Wahlbeteiligung die Volksparteien leiden, zeigte sich gestern Abend einmal mehr. "Wir haben unsere Wähler nicht genug mobilisieren können", analysierte der SPD-Landtagsabgeordnete Hans-Willi Körfges. Zwar legte die SPD um 1,7 Prozent zu. Das ist allerdings angesichts des Katastrophen-Ergebnisses vor fünf Jahren für die Sozialdemokraten nicht befriedigend. "Ich bin enttäuscht", bekannte der Fraktionsvorsitzende Lothar Beine. Zur Einordnung: Bei der Europawahl 1999 hatte die SPD noch bei 32,4 und 1994 bei 35,6 Prozent gelegen.

Vom Schwächeln der Großen profitierte im wesentlichen nur eine Partei: Die FDP legte um 6,8 Prozent zu und fuhr mit 16,4 Prozent ihr bestes Mönchengladbacher Ergebnis aller Zeiten ein. "Wir sind klar die Nummer drei in der Stadt. Und in einigen Bezirken ist der Abstand zur Nummer zwei nicht sehr groß", resümierte die freudestrahlende Parteivorsitzende Nicole Finger. "Unser engagierter Wahlkampf hat sich gelohnt", meinte der Fraktionsvorsitzende Dr. Anno Jansen-Winkeln.

Auch die Grünen fühlten sich als Gewinner, trotz leichter Verluste. "Das ist ein sehr gutes Ergebnis. Vor allem freut mich, dass die Rechten keinen Erfolg gehabt haben", so Vorstandssprecherin Gaby Brenner. Tatsächlich landeten die Republikaner mit 0,9 Prozent nur unwesentlich vor den "Piraten". Und auch das Ergebnis der Linken liegt trotz Steigerung mit 4,8 Prozent deutlich unter dem Bundesergebnis.

Wie sehr das Europawahl-Ergebnis Schlüsse auf den Ausgang der Kommunalwahl am 30. August und der Bundestagswahl am 27. September zulässt, darüber gingen die Meinungen weit auseinander. Nur in einem waren sich alle einig: Jetzt geht der Wahlkampf erst so richtig los. Und das heißt für Mönchengladbach: Die Zahl der Plakate in der Stadt dürfte im Sommer noch erheblich steigen.

Quelle: RP

 
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