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Mönchengladbach: Der Dalai Lama kommt

VON RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 16.05.2007

Mönchengladbach (RPO). Das geistige und weltliche Oberhaupt der Tibeter spricht im Mai 2008 in der Kaiser-Friedrich-Halle. Mindestens 1300 Zuhörer können dabei sein. Über diesen Coup des Initiativkreises freuen sich Buddhisten und Christen.

Der geistige Fuehrer der Tibeter, der Dalai Lama, spricht waehrend des Diskussionsforums zum Thema Ethik beim ersten Oek Foto: RPO
Der geistige Fuehrer der Tibeter, der Dalai Lama, spricht waehrend des Diskussionsforums zum Thema Ethik beim ersten Oek Foto: RPO

Er ist Gottkönig der Tibeter, Träger des Friedensnobelpreises, wird auch im Westen verehrt wie ein Popstar – und er kommt nach Mönchengladbach: der 14. Dalai Lama. Über 100 Anfragen für Vorträge und Gespräche allein aus Deutschland für das kommende Jahr hat der Dalai bekommen. Für fünf Städte hat er sich entschieden: Außer in Mönchengladbach wird er zwischen dem 14. und 20. Mai noch in Berlin, Bochum, Nürnberg und Bamberg zu sehen sein. Zu verdanken ist dies der Hartnäckigkeit von Peter Schlipköter, Geschäftsführer der Marketinggesellschaft. Dreieinhalb Jahre hat er auf die Zusage hingearbeitet. „Es gab mindestens 200 Telefongespräche und sechs Treffen mit seinen Mitarbeitern, das entscheidende am 2. Weihnachtstag in Brüssel“, erzählt Schlipköter. Er führte die Verhandlungen im Namen des Initiativkreises, dem Zusammenschluss 24 Gladbacher Firmen.

Info

Initiativkreis

Idee 24 Unternehmen haben sich zusammengetan, um herausragende Veranstaltungen in die Stadt zu holen

Sprecher Rolf Königs, Aunde

Reihen Nobelpreisträger (unter anderem Lech Walesa und Michail Gorbatschow), Campusgespräche (mit Reiner Calmund und Helmut Thoma), Chöre und Orchester, Konzerte (zuletzt Lucia Aliberti)

Videoleinwände

Wie groß das Interesse am Dalai Lama ist, zeigen seine Auftritte in diesem Jahr. Die 10 000 Tickets für seinen Vortrag „Frieden lernen“ in Hamburg im Juli waren schon im Januar ausverkauft. So viele Interessenten finden in Mönchengladbach nicht Platz – zumindest nach den bisherigen Plänen. Denn das Oberhaupt der Tibeter wird in der Kaiser-Friedrich-Halle sprechen. 1000 Menschen finden in der Halle Platz, 300 Schüler sollen im Foyer kostenlos die Übertragung auf Videoleinwänden verfolgen dürfen.

Möglicherweise wird es am selben Tag zwei Veranstaltungen geben, so dass bis zu 2600 Mönchengladbacher dabei sein könnten. In jedem Falle werden die Termine nachmittags sein. Seine Heiligkeit, so die korrekte Anrede, zieht sich um 20 Uhr zu seiner Abendmeditation zurück und geht danach zu Bett. Schließlich beginnt jeder Tag für ihn um drei Uhr – mit einer ausgiebigen Meditation.

Sollte die Nachfrage noch größer sein, besteht die Möglichkeit auf den Borussia-Park oder das Hockeystadion auszuweichen. „Bislang haben wir aber seine Zusage für einen Vortrag in einer Halle. Ob er in Mönchengladbach auch vor mehr Menschen sprechen möchte, wissen wir noch nicht“, so Schlipköter. Unklar ist noch das genaue Datum (zwischen dem 14. und 20. Mai, möglicherweise der 16. Mai) und der Ticketpreis. Er dürfte zwischen 40 und 80 Euro liegen. Der Dalai Lama nimmt kein Geld für seine Vorträge. Die Veranstalter werden den Erlös für ein mit dem 71-jährigen abgestimmtes Projekt spenden.

Dass der Dalai Lama nach Mönchengladbach kommt, löste gestern Begeisterung bei den Buddhisten in der Stadt aus. „Das ist eine wunderbare Nachricht“, sagte der Yoga- und Meditionslehrer Joachim Pfahl. Als „große Ehre für die Stadt“, sieht Uwe Schneider den Besuch. Der Leiter der Schule für Tai Chi Chuan und Yoga an der Hindenburgstraße hat den Dalai Lama 1990 in seinem nordindischen Exilin Dharamsala erlebt. „Die Wegfindung des Dalai Lama zu einem Gott der Liebe und Weisheit ist religionsübergreifend“, sagt der Zen-Schüler Heinz Wreschniok. Regionaldekan Albert Damblon sieht das ähnlich: „Es gibt keine Konkurrenz zwischen Christen und Buddhisten. Der Dalai Lama ist eine herausragende Figur unserer Zeit und ein gern gesehener Gast.“ Auch Pfarrer Klaus Hurtz freut sich: „Charismatische Köpfe brauchen wir mehr denn je.“

Quelle: RP

 
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