Mönchengladbach: Der gefährliche Müll
VON ANDREAS GRUHN - zuletzt aktualisiert: 20.05.2010Mönchengladbach (RPO). Nordpark/Odenkirchen Verflixt, jetzt ist die Tube mit dem Kleber schon wieder leer. Dabei wollten wir doch gerade die Laterne für St. Martin fertig kleben. Macht ja nichts, dafür gibt's ja genug Kleber im Kindergarten. Und die alte Tube, die schmeißen wir einfach in den Müll. Fertig. Aber: Ob das richtig ist? Nein. Denn die alte Tube gehört zum gefährlichen Müll. Und der darf nicht in die normale Mülltonne. . .
Warum ist Müll gefährlich? Es gibt Sachen, die brennen ganz leicht. Zum Beispiel die Flüssigkeit, die in einem Feuerzeug drin ist. Die muss ja brennen. Meistens ist das Gas oder Benzin. Und es gibt Stoffe, die sogar giftig sind. Zum Beispiel Kleber, den man zum Basteln benutzt. Den darf man ja auf keinen Fall in den Mund nehmen, und dran riechen sollte man auch nicht. Solchen gefährlichen Müll nennt man Sondermüll, und er darf auf gar keinen Fall in den normalen Hausmüll.
Was gehört alles zum Sondermüll? Batterien zum Beispiel, alte Tabletten, die man nicht mehr gebraucht hat, Kleber, Dünger und Pflanzenschutzmittel für die Blumen im Garten, eine Flasche mit Spülmittel, Dosen mit Haarspray, das man sich in die Haare sprüht. Und alle erdenklichen Chemikalien, die man im Haushalt manchmal so braucht. Ein Reiniger zum Beispiel, mit dem man den Boden sauber machen will. Oder Waschmittel, das man in die Waschmaschine zur dreckigen Wäsche gibt. All das darf nicht in den normalen Müll und auch sonst nicht einfach weggeworfen werden.
Woran erkenne ich Sondermüll? Den darf man auf keinen Fall in den Mund nehmen oder daran riechen. Es gibt einen viel einfacheren Weg: Man schaut sich die Verpackung einmal ganz genau an. Ist dort irgendwo ein kleines, orangefarbenes Viereck drauf? In diesen Vierecken sind kleine Bilder: ein Totenkopf, ein Feuer, ein großes Kreutz oder andere Bilder. Die zeigen immer an: Achtung! Was in der Flasche, Packung, oder Dose ist, kann krank machen, ist nicht gut für die Umwelt, und gehört deshalb zum Sondermüll.
Wo kommt der Sondermüll denn hin? Den sammelt die GEM, die auch den normalen Müll abholt. Es gibt sogar eine "Sondermüllabfuhr", die heißt "Schadstoffmobil". Das heißt Schadstoff, weil die Stoffe schädlich sind. Dieses Schadstoffmobil kommt in jeden Stadtteil und nimmt den gefährlichen Müll an. Oder aber man gibt den Müll direkt bei der GEM ab, an den so genannten "Abfall- und Wertstoffannahmestellen", von diesen Sammelstellen gibt es eine am Heidgesberg und am Luisental in Odenkirchen. Denn das Schadstoffmobil kann nicht jeden Sondermüll mitnehmen. Der muss ja schließlich auch getrennt werden – wie der normale Müll und das Altpapier.
Was passiert dann mit dem Sondermüll? Wenn wir den gefährlichen Müll bei der GEM abgegeben haben, muss er verbrannt werden. Das macht aber nicht die GEM selbst. Denn dafür gibt es ganz besondere Fabriken. Die können ihre Öfen viel viel heißer machen, als der Backofen zu Hause in der Küche es kann. Bis zu 900 Grad wird dieser besondere Ofen warm. Die braucht man auch, um den Sondermüll richtig zu verbrennen. Man kann sich vorstellen, dass das richtig stinkt. Diese stinkenden Abgase werden nicht einfach so in die Luft gepustet.
Die schmutzige Luft muss natürlich vorher richtig sauber gemacht werden. Dafür gibt es Filter und sogar richtig Waschanlagen. So ähnlich wie die Waschmaschine zu Hause. Der Staub wird aus der Luft herausgewaschen und eingesammelt. Und zum Schluss wird dieser Dreck in alte Bergwerke gefüllt, die nicht mehr gebraucht werden. Man merkt schon: Gefährlichen Sondermüll richtig zu entsorgen, das ist schon sehr aufwendig. Deshalb ist es am besten, man braucht gar nicht so viele Sachen, die gefährlich sind.
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