Mönchengladbach: Der längste Sandkuchen der Welt
VON SARAH DICKMANN - zuletzt aktualisiert: 28.07.2007Mönchengladbach (RPO). Er ist drei Meter lang, 50 Kilo schwer und erfüllte Konditor Christian Franken einen Traum: einen Eintrag ins Guinness Buch der Rekorde. Der 38-jährige Mönchengladbacher hat aus zwölf Kilo Mehl und 180 Eiern den längsten Sandkuchen der Welt gebacken.
Das Rezept
Zutaten 6, 3 Kilogramm Margarine, etwa sechs Liter Öl, 10,2 Kilogramm Zucker, 180 Eier, 3,6 Kilo Weizenpuder, 12,6 Kilo Mehl, 18 Teelöffel Salz; Zitrone; Rum.
Zubereitung Butter und Zucker zusammen mit den Aromen aufrühren, ein Ei nach dem anderen hinzugeben, Mehl und Puder untermischen. Die Teigmasse in eine passende Form geben.
Backzeit Fünf Stunden bei 160 Grad in einem geeigneten Ofen. Den Kuchen abkühlen lassen, aus der Form lösen und mit Glasur oder Puderzucker garnieren.
Ein Mann, ein Kuchen, 2400 Kuchenstücke. Doch selbst die reichen den Gästen nicht: Auch der Marzipan-Kopf in Drachenform muss dran glauben. Bei der Drachenbootregatta in Düsseldorf kam das Werk von Konditor Christian Franken mehr als gut an. Und nicht nur das: Sein riesiger Sandkuchen brachte dem Mönchengladbacher einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde. „Wenn man sich als junger Mann selbständig macht, hat man viele Träume. Einer davon war dieser Eintrag“, sagt der 38-Jährige.
Das größte Erdbeer-Herz der Welt, der längste Stollen der Welt – alles schon einmal da gewesen, findet der Franken. Ein Sandkuchen sollte es sein, auch, weil er dieses Werk allein vollbringen konnte. Denn beim längsten Christstollen oder beim längsten Kuchen der Welt, der zwei Kilometer misst, werden die Stücke verschiedener Bäcker aneinandergereiht, erklärt er. Franken habe nur zum Lösen des Kuchens aus der Form Helfer gebraucht: Seine Kollegen Heinz Boeing und Enzo Viccini aus dem Düsseldorfer Unternehmen „Oehme Brot und Kuchen“. Und den Ofen musste der 38-Jährige ein wenig umbauen, sonst hätte der Riesen-Kuchen nicht hineingepasst.
Ob er so etwas Verrücktes schon einmal gemacht hat? „In der Ausbildung habe ich mal eine Hochzeitstorte im englischen Stil gebacken, die vom Boden aus zwei Meter hoch war.“ Ansonsten backt der Konditormeister eher normale Sachen. Alles, was die Kunden wünschen: Trockenkuchen, Torten, Obstkuchen, Sahneschnitten – und eben auch drei Meter langen Sandkuchen. Zu seiner Berufswahl sagt Christian Franken: Ich bin schon ein Schmecklecker.“ Sahne- und Cremetorten und alles, was er mit Marzipan verfeinert, schmeckt ihm besonders gut. „Kirschpralinen oder Pflaumenkuchen mit Marzipanuntergrund schmecken einfach himmlisch.“ Schon von klein auf habe ihm das Backen – und das Naschen – viel Spaß gemacht. Obwohl ihm ein Praktikum in der Backstube bestens gefiel, machte er den Rat des Vaters und seiner Lehrer erst einmal Abitur und begann ein Chemie-Studium. Doch seine Leidenschaft ließ ihn nicht los, und so erfüllte sich der 38-Jährige nach Ausbildung und Meisterprüfung einen Traum: eine eigene Bäckerei in Mönchengladbach.
Zehn Jahre führte er sein Geschäft an der Waldhausener Straße, „aber dann musste ich Insolvenz anmelden.“ Andere Fachgeschäfte waren abgewandert, die Struktur der Waldhausener Straße hatte sich verändert. Die Bäckerei rentierte sich nicht mehr. Seit April leitet Franken nun die Konditorei des Düsseldorfer Firma „Oehme Brot und Kuchen“. Und einer seiner ersten Aufträge dort war dann gleich ein riesiger: Der Rekord-Sandkuchen. Für das nächste Jahr hat Christian Franken einen Wunsch, den er sich gern selbst erfüllen würde: „Mich selbst mit einem Rekordversuch übertreffen“. Das Geld aus dem Verkauf des Kuchens beim Düsseldorfer Drachenbootrennen diente übrigens einem guten Zweck: der Aktion „Brot für die Welt“.
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