Mönchengladbach: Der "neue Italiener" im Statthotel
VON CAROLA SIEDENTOP - zuletzt aktualisiert: 20.11.2009 - 11:25Mönchengladbach (RPO). Es ist nicht ohne Risiko, in diesen Zeiten ein neues Restaurant zu eröffnen. Die Betreiber des "Freiraum Statthotels" an der Böningstraße in Hockstein haben es dennoch getan. Denn ihr Konzept hat Netz und doppelten Boden: Die Gastronomie soll das Angebot des gut gehenden Hotels ergänzen, es muss keine Gewinne abwerfen.
Andrea Lambertz hat das Hotel vor zwei Jahren eröffnet. Weil der wirtschaftliche Druck nicht so groß ist, müsse man auch nicht bei der Qualität abspecken. Sechs neue Mitarbeiter wurden für das Restaurant eingestellt, in dem moderne italienische Küche serviert wird. "Die Preise sind moderat, die Gäste sollen keine Schwellenangst haben", sagt Lambertz.
Durch das moderne Design des Hotels glaubten einige, das neue Restaurant sei ein teurer Gourmet-Tempel. Das ist "Salvatore@freiraum" nicht, mit einer Pizzeria an der Ecke hat es aber auch nichts gemein: Die Karte reicht von Pasta über Klassiker wie Carpaccio bis hin zu frischem Fisch und Rinderfilet. Am Herd steht Salvatore Prato, der seit 30 Jahren als Koch arbeitet und in Italien lernte. Mit den Kochkünsten haben sich die Hotel-Betreiber auch italienischen Charme eingekauft. Lambertz wünscht sich eine herzliche und lockere Atmosphäre im Restaurant.
Knapp 40 Plätze gibt es zurzeit. Wenn das benachbarte Haus Zimmermann geschlossen wird, denken die Inhaber über eine Erweiterung nach. Auch wenn Prato der Chef für die Gastronomie ist, haben die Inhaber weiterhin die Verantwortung. "Wir wollten nicht verpachten, weil der Ruf des Restaurants immer mit dem des Hotels zusammenhängt", erklärt Lambertz.
Ein paar Wochen hat das neue Restaurant-Team erstmal geübt. Zu ihren Kunden gehörten vor allem Hotel-Gäste, Bekannte, Freunde und Nachbarn. "Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn ein Restaurant neu aufmacht, die Gäste strömen – und nichts klappt", sagt Lambertz.
Dann gab's die Generalprobe mit einem "Fliegenden Büffet", vielen kulinarischen Kleinigkeiten, für eine geschlossenen Gesellschaft. 800 Teller mussten Chefkoch Prato und seine Mitarbeiter anrichten, 800 Teller trug der Service ins Restaurant und wieder zurück. Spätestens dann waren Küche und Kellner bestens eingespielt.
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